Das Wonnemar‑Erlebnisbad in Wismar steckt erneut in Schwierigkeiten. Die Betreibergesellschaft soll der Hansestadt einen hohen sechsstelligen Betrag schulden, der sich überwiegend aus ausstehenden Steuerzahlungen zusammensetzt. Um den akuten finanziellen Engpass zu überbrücken, hat das Unternehmen einen offiziellen Stundungsantrag gestellt.
Die Stadtverwaltung allerdings empfiehlt der Bürgerschaft unterdessen, diesen Aufschub abzulehnen, da die Kommune das wirtschaftliche Risiko privater Betreiber nicht dauerhaft durch Steuerstundungen tragen könne. Am heutigen Donnerstag soll die Bürgerschaft nun in einer Sondersitzung über den Antrag entscheiden.
Rückblick auf eine krisenreiche Geschichte
Die aktuellen Probleme knüpfen an eine Reihe von Turbulenzen an, die das Wonnemar in den vergangenen Jahren geprägt haben. Im Herbst 2020 rutschte die damalige Muttergesellschaft interSPA infolge der Corona‑Pandemie und monatelanger Schließungen in die Insolvenz. Der Betrieb in Wismar stand damals kurz vor dem Aus.
Anfang 2021 übernahm die AGM‑Gruppe aus Passau das Bad und das angeschlossene Hotel. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es in der Wismarer Politik Skepsis, da der neue Eigentümer kaum Erfahrung im Betrieb von Freizeitbädern hatte. Kurz nach der Übernahme folgte ein millionenschwerer Rechtsstreit zwischen der Stadt und der Betreibergesellschaft.
Es ging um unbezahlte Energie‑Rechnungen während des Corona‑Notbetriebs sowie um zu Unrecht gezahlte Zuschüsse für das Schulschwimmen. Erst Ende 2022 wurde der Konflikt durch einen Vergleich beigelegt.