Wismar will im kommenden Jahr umfangreiche Sanierungs- und Entwicklungsprojekte im UNESCO-Welterbe vorantreiben. Dafür beantragt die Hansestadt Städtebaufördermittel in Höhe von 7,8 Millionen Euro.
Die finanzielle Unterstützung spielt für die Stadt eine zentrale Rolle. Aufgrund der angespannten Haushaltslage greift eine Sonderregelung, nach der Bund und Land 90 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen. Dadurch kann Wismar wichtige Vorhaben trotz begrenzter eigener Finanzkraft angehen.
16 Projekte stehen auf der Prioritätenliste
Mit den beantragten Mitteln sollen insgesamt 16 Projekte in der historischen Altstadt und im Bereich des Alten Hafens umgesetzt beziehungsweise weiter vorangebracht werden. Die Planungen reichen von denkmalpflegerischen Maßnahmen bis hin zu Investitionen in bedeutende historische Gebäude. Ziel ist es, die bauliche Substanz des Welterbes langfristig zu sichern und wichtige Stadtbereiche weiterzuentwickeln.
Rückkauf des Thormann-Speichers größter Einzelposten
Den größten Anteil der geplanten Investitionen nimmt der Rückkauf des Thormann-Speichers ein. Für diesen Schritt ist rund eine Million Euro vorgesehen. Hintergrund ist, dass ein privater Käufer die ursprünglich vereinbarten Entwicklungsziele für das Gebäude nicht erfüllen konnte. Mit dem Rückerwerb will die Stadt wieder direkten Einfluss auf die Zukunft des markanten Speichergebäudes gewinnen.
Geld für Rathauskeller und Kirchen
Weitere Fördermittel sollen in die Sanierung des historischen Rathauskellers fließen. Auch die beiden bedeutenden Kirchen Sankt Nikolai und Sankt Marien stehen auf der Liste der geplanten Maßnahmen. Die Bauwerke gehören zu den wichtigsten kulturhistorischen Wahrzeichen Wismars und prägen das Erscheinungsbild der Altstadt seit Jahrhunderten.
Investition in die Zukunft des Welterbes
Mit dem umfangreichen Förderantrag setzt die Hansestadt auf eine langfristige Sicherung ihres historischen Erbes. Die geplanten Investitionen sollen nicht nur die denkmalgeschützten Bauwerke erhalten, sondern auch die Attraktivität der Altstadt und des Hafenbereichs für Einwohner und Besucher stärken. Über die Bewilligung der Fördermittel wird in den kommenden Monaten entschieden. Sollte der Antrag genehmigt werden, könnte eines der größten Förderpakete der vergangenen Jahre in Wismar umgesetzt werden.