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Stadt verteidigt Verkehrsentwicklungsplan: „Es geht um mehr als das Parken in der Innenstadt“

Am Donnerstag soll der dritte Teil des neuen Verkehrsentwicklungsplans durch die Bürgerschaft beschlossen werden. Seit die Pläne hierzu öffentlich gemacht wurde, hat es unter den Bürgern eine rege Diskussion ausgelöst. Und reagiert die Stadt – die zentrale Botschaft lautet, dass der neue Verkehrsentwicklungsplan weit über die aktuelle Diskussion um den Wegfall von Parkplätzen in der Innenstadt hinausgeht.

Das Konzept versteht sich als strategische Weichenstellung für die gesamte Mobilität der kommenden Jahre und umfasst insgesamt acht Handlungsfelder. Neben dem ruhenden Verkehr fließen das Straßennetz, der öffentliche Nahverkehr sowie Rad‑ und Fußverkehr gleichberechtigt in die Planung ein.

Warum Parkplätze wegfallen – und warum das kein Selbstzweck ist

Die Stadt betont, dass die Reduzierung von Parkflächen im Zentrum nicht aus politischen Symbolgründen erfolgt. Zwei Faktoren sind ausschlaggebend: Zum einen schreiben gesetzliche Richtlinien größere Mindestmaße für Stellplätze vor, da moderne Fahrzeuge immer breiter und länger werden. Zum anderen wächst der Wunsch aus Bürgerschaft und Anwohnerschaft, zentrale Plätze wie den Marktplatz stärker als Aufenthalts‑ und Begegnungsräume zu nutzen. Beides führt zwangsläufig dazu, dass bei Neuplanungen Parkplätze entfallen.

Ausgleichsmaßnahmen und neue Angebote

Um die Veränderungen abzufedern, setzt die Stadt auf mehrere Maßnahmen: Die Erweiterung des Parkhauses am Alten Hafen, ein digitales Parkleitsystem ab Juni 2026 sowie zusätzliche Parkflächen am Rand der Altstadt sollen die Erreichbarkeit sichern. Damit soll der notwendige Parkraum künftig effizienter genutzt und besser gesteuert werden.

Mehrheit der Wege bereits ohne Auto

Ein wichtiger Teil der Argumentation lautet, dass weit über die Hälfte der Menschen in Wismar ohnehin nicht mit dem Auto unterwegs ist. Viele Wege werden bereits heute zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus zurückgelegt. Der Verkehrsentwicklungsplan stärkt deshalb gezielt diese klimafreundlichen Verkehrsarten – nicht zuletzt, weil der öffentliche Raum begrenzt ist und nur einmal verteilt werden kann.

Strategische Grundlage für die kommenden Jahre

Das Ingenieurbüro IVAS aus Dresden hat in zweieinhalb Jahren ein umfassendes Konzept erarbeitet, das am 28. Mai 2026 beschlossen werden soll. Es bildet die Grundlage dafür, wie Wismar seinen Verkehr künftig organisiert, welche Prioritäten gesetzt werden und wie der begrenzte Raum fair und zeitgemäß aufgeteilt wird.

Die Bürgerschaft muss nun im Rahmen der Haushaltsberatungen entscheiden, welche Maßnahmen zuerst umgesetzt werden.

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