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Weniger Autos, mehr Lebensqualität: Wismar plant die Verkehrswende – Bürgerschaft soll entscheiden!

Die Herausforderung ist groß: Wie lässt sich das historische Kulturerbe einer UNESCO-Welterbestadt mit den Anforderungen an moderne Mobilität vereinbaren? Die Antwort der Planer liegt in einer systematischen Stärkung des sogenannten Umweltverbundes – also des Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehrs.

Vorrang für Radler und Fußgänger

Für das Stadtgebiet wurde ein lückenloses Netz aus Haupt- und Nebenrouten für den Radverkehr entwickelt. Dieses soll durch gezielte Baumaßnahmen so sicher und attraktiv werden, dass der Verzicht auf das eigene Auto im Alltag leichter fällt.

Gleichzeitig nimmt der Plan die Schwächsten im Verkehr in den Blick: den Fußverkehr. Barrieren sollen systematisch abgebaut und das Überqueren von Straßen erleichtert werden. Dadurch soll eine verlässliche Grundversorgung im Wohnumfeld geschaffen werden – barrierefrei und sicher.

Aufwertung historischer Plätze

Großes Potenzial sieht der Verkehrsentwicklungsplan in der städtebaulichen Neuordnung wertvoller öffentlicher Räume. Prominente Bereiche wie der Marktplatz, der Platz des Friedens, die Verkehrsflächen rund um den Hafen bis zur nördlichen Altstadtkante sowie der Übergang von der Alten Rostocker Straße zur Fußgängerzone Altwismarstraße stehen im Fokus.

Hier sollen Verkehrs- und Grünflächen neu aufgeteilt werden. Das Ziel: Mehr Aufenthaltsqualität für Bürger und Gäste, eine dichte Nutzungsmischung und eine Steigerung der Attraktivität des Stadtbildes.

Parkplätze raus aus der Altstadt

Um diese Qualitäten freizusetzen, muss der ruhende Kfz-Verkehr weichen. Die Altstadt und sensible Bereiche in deren Umfeld leiden derzeit unter einer Übernutzung durch parkende Autos. Durch steuernde Maßnahmen und ein intelligentes Parkraummanagement soll dieser Druck abgebaut werden.

Für Autofahrer bedeutet das konkret: Sie müssen sich auf längere Zugangswege und höhere Kosten einstellen. Kompensiert werden die wegfallenden Stellplätze in der Altstadt durch externe Parkplätze vor den Toren des Zentrums. Die Erreichbarkeit für wichtige Nutzergruppen soll dabei durch eine zielgerichtete Flächennutzung gewahrt bleiben.

Starke Achsen für die Wirtschaft

Trotz der Verkehrsberuhigung im Zentrum verliert der Plan die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit der Stadt nicht aus den Augen. Das leistungsfähige Hauptstraßennetz bleibt unangetastet und soll effektiv betrieben werden.

Zwei Großprojekte stehen hierbei im Vordergrund: Der Ersatzneubau der Hochbrücke sichert langfristig die einschränkungsfreie Nutzbarkeit der wichtigsten Verkehrsader. Zudem verbessert der geplante Neubau der Werfttangente die Erreichbarkeit der maritimen Wirtschaftsstandorte an der Werft und im Westhafen. Da langfristig nur geringe Verkehrszunahmen prognostiziert werden, prüfen die Planer parallel, wo überdimensionierte Verkehrsflächen entsiegelt und renaturiert werden können.

Umdenken im Kopf statt nur Beton

Die Planer betonen jedoch, dass bauliche und technische Maßnahmen nur den Rahmen vorgeben können. Entscheidend für den Erfolg der Verkehrswende sei ein Bewusstseinswandel. Durch ein aktives kommunales und betriebliches Mobilitätsmanagement sollen die Bürger motiviert werden, das Auto stehenzulassen und auf umweltfreundliche Alternativen umzusteigen.

Die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar soll nun am kommenden Donnerstag diesen Teil III – Maßnahmenkonzeption, Realisierungs-, Monitoring- und Evaluierungskonzept des Verkehrsentwicklungsplanes als Rahmenplan für die strategische Ausrichtung der Verkehrsentwicklungsplanung beraten und beschliessen.

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