Am heutigen Donnerstag zeigt die Hansestadt von all ihren Facetten: politisch aufgewühlt, winterlich herausfordernd und zugleich kulturell lebendig. Seit den frühen Morgenstunden kommt es im gesamten Landkreis Nordwestmecklenburg zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Hintergrund sind die landesweiten Bauernproteste gegen das geplante EU‑Mercosur‑Abkommen, bei denen Landwirte zahlreiche Autobahnauffahrten der A14 und A20 blockieren.
Trotz der angespannten Lage bleibt der Busverkehr in Wismar grundsätzlich in Betrieb, allerdings mit deutlichen Verzögerungen. Die Behörden mahnen angesichts von Frost, Schneeglätte und eingeschränkter Sicht zu besonderer Vorsicht im Straßenraum. Auch Fußgänger müssen mit rutschigen Wegen und längeren Wartezeiten an Haltestellen rechnen.
Kultureller Austausch im Schabbell
Abseits der Verkehrslage setzt die Stadt ein Zeichen für Dialog und Begegnung. Am späten Nachmittag lädt das Stadtgeschichtliche Museum „Schabbell“ zur Veranstaltung „Tell me your Story – Gesundheit und Wohlbefinden“ ein. Das interkulturelle Format, begleitet von Stefan Rathke, rückt persönliche Lebensgeschichten und alternative Perspektiven auf mentale Gesundheit in den Mittelpunkt. Der Eintritt ist frei, und im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch bei Snacks und Getränken.
Weihnachtsbaum‑Entsorgung startet
Parallel dazu beginnt in mehreren Stadtteilen – darunter Wismar‑Süd, der Alte Hafen und die historische Altstadt – die traditionelle Einsammlung der ausgedienten Weihnachtsbäume. Damit verabschiedet die Hansestadt endgültig die festliche Saison. Die Entsorgung erfolgt wie gewohnt über die kommunalen Sammelstellen und Straßenränder.
Touristische Angebote laufen weiter
Trotz Protesten, Glätte und Minusgraden bleibt das kulturelle und touristische Leben in Wismar stabil. Die beliebten Turmführungen an St. Marien finden planmäßig statt und bieten Besuchern wie Einheimischen einen winterlichen Blick über die Welterbestadt.
Ein Tag zwischen Protest und Alltag
So entsteht ein vielschichtiges Bild: Während auf den Straßen politischer Widerstand sichtbar wird und der Winter seine Spuren hinterlässt, bleibt das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Wismar bemerkenswert beständig. Für Bewohner und Gäste zeigt sich die Stadt an diesem 8. Januar als Ort, der Herausforderungen annimmt, ohne seine Offenheit und Lebendigkeit zu verlieren.