Für den Industriestandort Wismar gibt es neue Hoffnung: Beim U‑Boot‑Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) kommt Bewegung in ein mögliches Großprojekt, das die Werft über viele Jahre auslasten könnte. Hintergrund ist das kanadische Beschaffungsprogramm „Canadian Patrol Submarine Project“, im Rahmen dessen bis zu zwölf neue konventionelle U‑Boote angeschafft werden sollen. Sie würden die in die Jahre gekommene Victoria‑Klasse ersetzen.
Da die Kapazitäten am Hauptstandort Kiel begrenzt sind, gilt die Werft in Wismar als zentraler Baustein in den Planungen von TKMS. Sollte das Unternehmen den Zuschlag erhalten, könnten in Wismar große Sektionen oder sogar komplette U‑Boote gefertigt werden. Für die Region wäre das ein industriepolitischer Meilenstein: Ein Auftrag dieser Größenordnung – geschätzt im zweistelligen Milliardenbereich – würde die Auslastung der Werft für ein ganzes Jahrzehnt sichern und zahlreiche neue Arbeitsplätze schaffen.
Konkurrenz und Zeitplan des Projekts
TKMS steht im Wettbewerb mit starken internationalen Anbietern aus Südkorea und Japan. Die Entscheidung der kanadischen Regierung wird im Laufe des Jahres 2026 erwartet. Bis dahin begleitet die IG Metall Küste den Prozess eng, denn nach der Insolvenz der MV‑Werften hoffen viele Beschäftigte auf eine langfristige Perspektive und stabile industrielle Strukturen am Standort.