Während die Nachfrage nach günstigen Lebensmitteln stetig steigt, steht die Wismarer Tafel e.V. vor ihrer bisher größten existentiellen Krise. Dem Verein wurden die aktuellen Räumlichkeiten am Holzdamm zum 30. September 2026 gekündigt. Damit beginnt für das Team um den Vorsitzenden ein Wettlauf gegen die Zeit: Eine neue Bleibe muss her – und das in einer Stadt, in der bezahlbarer, zentraler Lagerraum Mangelware ist.
Einbruchsserie zehrt an den Nerven
Die Nachricht von der Kündigung trifft den Verein in einer ohnehin schon angespannten Phase. Bereits im vergangenen Sommer sorgten mehrere Einbrüche für Entsetzen. Unbekannte hatten sich gewaltsam Zutritt verschafft, hohen Sachschaden angerichtet und die ohnehin knappen Ressourcen der Tafel weiter dezimiert. „Es ist frustrierend, wenn man versucht zu helfen und dann solche Steine in den Weg gelegt bekommt“, hieß es damals aus den Reihen der Helfer.
Dringend gesucht: Barrierefrei, kühlbar, bezahlbar
Die Anforderungen an ein neues Domizil sind hoch: Für die tägliche Ausgabe von Lebensmitteln an über 1.000 Bedürftige benötigt die Tafel ebenerdige Räume, die für Lieferwagen gut erreichbar sind. Zudem müssen strenge Hygieneauflagen erfüllt und schwere Kühlzellen installiert werden können.
Ein Appell an die Stadt
Ohne eine neue Bleibe steht die Versorgung vieler Wismarer Familien, Rentner und Geflüchteten ab Herbst 2026 auf der Kippe. Der Verein hofft nun auf Unterstützung durch die Hansestadt Wismar, private Immobilieneigentümer oder lokale Unternehmen.
Haben Sie Hinweise auf geeignete Räumlichkeiten?
Wer über leerstehende Hallen oder Gewerbeflächen (ideal ab ca. 300 m²) verfügt oder Tipps geben kann, wird gebeten, sich direkt mit der Wismarer Tafel e.V. in Verbindung zu setzen.