Wismar feiert ab Samstag bis zum 29. März 2026 erneut eines seiner traditionsreichsten Feste: die 23. Wismarer Heringstage. Zwei Wochen lang steht der Hering – das „Silber des Meeres“ – im Mittelpunkt. Kaum ein anderer Fisch prägt die Geschichte und Identität der Hansestadt so stark wie er. Die Heringstage verbinden diese Tradition mit einem lebendigen Stadtfest, das Einheimische und Gäste gleichermaßen anzieht.
Maritimer Auftakt am Alten Hafen
Der Startschuss fällt am 14. März mit einem Ritual, das längst zum festen Bestandteil des Festes geworden ist. Gegen 10 Uhr wird der erste große Fang der Saison im Alten Hafen angelandet. Der frische Hering wird auf den historischen Heringskarren verladen und begleitet von Köchen in traditioneller Kluft, dem Bürgermeister, dem Schützenverein und einem Blasorchester durch die Altstadt zum Marktplatz gezogen. Unterwegs sammeln die Teilnehmenden symbolisch Zutaten wie Zitronen, Dill und Salz bei lokalen Händlern ein – ein humorvolles Zeichen für die enge Verbindung zwischen Stadt, Handel und Fischerei.
Heringsbraten auf dem Marktplatz
Auf dem historischen Marktplatz beginnt ab 11 Uhr das große Heringsbraten. Mitglieder des Hanseatischen Köcheclubs bereiten den frischen Fang in großen Pfannen unter freiem Himmel zu. Der Duft zieht über den Platz, Shanty‑Chöre wie „Blänke“ sorgen für maritime Atmosphäre, und der Hering wird direkt an die Besucherinnen und Besucher verkauft. Der Marktplatz wird so zum kulinarischen Treffpunkt und zum Herzstück des Eröffnungswochenendes.
Kulinarische Wochen in den Restaurants
Nach dem Auftaktwochenende verlagert sich das Fest in die Gastronomie der Stadt. Zahlreiche Restaurants bieten zwei Wochen lang spezielle Heringskarten an. Neben Klassikern wie „Hering grün“ stehen moderne Interpretationen auf den Speisekarten, die zeigen, wie vielseitig der Fisch zubereitet werden kann. Die kulinarischen Wochen sind ein wichtiger Bestandteil der Heringstage und verbinden Tradition mit zeitgemäßer Küche.
Ein Fest mit Geschichte und Bedeutung
Die Heringstage erinnern an die jahrhundertealte Fischereitradition der Region und an die wirtschaftliche Bedeutung des Herings, der über Generationen hinweg als „Brotfisch“ galt. Heute sind sie weit mehr als ein kulinarisches Ereignis. Sie sind ein Stück lebendige Stadtgeschichte, ein Ort der Begegnung und ein Fest, das Wismar jedes Jahr in ein maritimes Frühlingserlebnis verwandelt.