Der Neujahrsempfang in der Sankt‑Georgen‑Kirche hätte ein festlicher Abschied für Bürgermeister Thomas Beyer werden können. Doch statt Rückblick und Dankesworten prägte ein politischer Konflikt den Abend: die Wahl des künftigen stellvertretenden Bürgermeisters René Domke.
Ungewöhnlich klare Worte im Kirchenschiff
Vor Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerschaft, der Landespolitik, einem Bundestagsabgeordneten sowie mehreren Amtskollegen aus der Region fand Beyer deutliche Formulierungen. Er bezeichnete es als „inakzeptabel“, dass Domke sich „gewollt und sichtbar abgesprochen“ mit fünf Stimmen der AfD habe wählen lassen. Die Aussage sorgte im Kirchenschiff für spürbare Unruhe.
Ein sensibles Thema der Kommunalpolitik
Die Kritik berührt eine zentrale Frage, die bundesweit immer wieder diskutiert wird: Wie gehen demokratische Parteien mit Unterstützung durch die AfD um, und welche Signale entstehen dadurch in der Stadtgesellschaft? Dass Beyer diesen Vorwurf öffentlich und in dieser Schärfe äußerte, unterstreicht, wie ernst er die Situation bewertet.
Domke schweigt – Debatte beginnt
René Domke äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen. In Teilen der Bürgerschaft wird jedoch bereits diskutiert, ob die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters politische Abhängigkeiten schaffen könnte, die das Amt belasten. Andere Stimmen sehen in Beyers Kritik eine unnötige Zuspitzung kurz vor dem Ende seiner Amtszeit.
Ein Abschied mit politischer Schwere
Für Beyer war es der letzte Neujahrsempfang als Gastgeber. Im April steht die Bürgermeisterwahl an, zu der er nicht erneut antritt. Sechs Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um seine Nachfolge. Beobachter gehen davon aus, dass der Konflikt um Domkes Wahl die politische Stimmung bis zum Wahltag weiter beeinflussen könnte.