Die Diskussion um die neue Regenwassergebühr in Wismar hat in den vergangenen Wochen spürbar an Dynamik gewonnen. Zahlreiche Grundstückseigentümer fühlen sich durch die aktuelle Berechnung der versiegelten Flächen benachteiligt. Vor allem die Einstufung vieler Grundstücke als vollständig versiegelt sorgt für Unmut. Nun kündigt die Stadtverwaltung an, die Kritik ernst zu nehmen und einzelne Fälle genauer zu prüfen.
Streitpunkt Versiegelung: Wenn Ökopflaster als dicht gilt
Im Zentrum der Beschwerden steht die Frage, wie versiegelt eine Fläche tatsächlich ist. Viele Betroffene berichten, dass ihre Grundstücke in der Abrechnung als vollversiegelt eingestuft wurden, obwohl Regenwasser dort nachweislich versickern kann. Dazu zählen Flächen mit Ökopflaster, breiten Fugen oder sickerfähigen Belägen, die in der Praxis deutlich weniger Oberflächenabfluss erzeugen als herkömmliche Pflasterungen. Die pauschale Bewertung führt in vielen Fällen zu höheren Gebühren – und entsprechend wachsender Kritik.
Stadtverwaltung zeigt sich offen für Korrekturen
Laut eines Medienberichts will die Stadtverwaltung nun Einzelfälle genauer unter die Lupe nehmen. Eigentümer, die nachweisen können, dass ihr Grundstück weniger Regenwasser in die Kanalisation einleitet als angenommen, haben Chancen auf eine Korrektur der Flächenberechnung. Ziel sei es, offensichtliche Fehlbewertungen zu vermeiden und soziale Härten abzufedern, heißt es aus Verwaltungskreisen. Eine umfassende Neubewertung aller Grundstücke ist derzeit jedoch nicht geplant.
Was Eigentümer jetzt beachten sollten
Grundstücksbesitzer, die Zweifel an ihrer Einstufung haben, können Widerspruch einlegen und entsprechende Nachweise einreichen. Dazu gehören vor allem Fotos der betroffenen Flächen sowie Informationen zur Bodenbeschaffenheit oder zu verwendeten Materialien. Die Stadt will diese Unterlagen nun schrittweise prüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.