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Instagram‑Post sorgt für Empörung: Bürgermeisterkandidat Nils Jörn in der Kritik

Im Bürgermeisterwahlkampf der Hansestadt Wismar ist es zu einem politischen Eklat gekommen gekommen. Auslöser ist ein Instagram‑Post des Kandidaten Nils Jörn, der im Hauptberuf als Stadtarchivar für die Hansestadt tätig ist. Der veröffentlichte Post, der sich auf die aktuell hohen Spritpreise bezieht, wird in sozialen Netzwerken wegen seiner rassistischen Darstellung scharf kritisiert.

Die Darstellung zeigt mehrere dunkelhäutige Männer, die einen weißen Sklavenhalter chauffieren. Darüber der Satz: „Die hohen Spritpreise zwingen mich wieder traditionell zu werden.“ Das Motiv verbreitete sich am Freitag rasant und löste eine breite Welle an Kritik aus. Viele Nutzer reagierten mit Unverständnis, Wut und Fassungslosigkeit.

Besonders brisant ist der Vorgang, weil Jörn nicht nur einer von acht Bewerbern um das Bürgermeisteramt ist, sondern zugleich Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die er im Falle eines Wahlsiegs führen würde.

Reaktionen aus Politik und Stadtgesellschaft

Aus dem politischen Umfeld der Stadt gab es zunächst Zurückhaltung, doch hinter den Kulissen wird der Vorfall als schwerwiegend bewertet. Auch aus der Stadtgesellschaft kommen deutliche Reaktionen. Mehrere Stimmen äußerten sich entsetzt über die Bildsprache des Posts. In sozialen Netzwerken wird zudem diskutiert, welche Auswirkungen der Vorfall auf die Kandidatur haben könnte.

Verwaltung prüft mögliche Konsequenzen

Da Jörn Angestellter der Hansestadt ist, könnte der Vorfall auch dienstrechtliche Relevanz haben. Man darf davon ausgehen, dass der Druck auf den Kandidaten in den kommenden Tagen weiter steigen dürfte. Bürgermeister Thomas Beyer jedenfalls zeigt sich nicht begeistert: „Dieser Post ist absolut geschmacklos und spielt auf rassistische Weise auf die Kolonialgeschichte an. Das hätte ich von Dr. Nils Jörn nicht erwartet. Er ist auch Mitarbeiter der Stadt und ich erwarte, dass er diesen üblen Post löscht“, sagt Beyer auf Anfrage.

Wahlkampf unter Schatten

Der Zeitpunkt des Posts fällt in eine entscheidende Phase des Wahlkampfs. Die Kandidatinnen und Kandidaten präsentieren sich derzeit verstärkt in der Öffentlichkeit. Dr. Nils Jörn – den wir auch um eine Stellungnahme gebeten haben, sieht es offenbar nicht ganz so dramatisch, denn…“Ich nenne es Humor! Alle, die mich kennen, haben es verstanden. Einige fragten, ob es darauf einen Shitstorm geben würde. Ist er das jetzt?“, so Jörn. Und mehr noch: „Zur Beruhigung des humorlosen Teils der wachsamen  Wismarer Bevölkerung sei gesagt: Natürlich lasse ich mich nicht von schwarzen Sklaven durch Wismar tragen. Natürlich bin ich kein Rassist. Und ja, ich liebe Ironie und Satire. Ohne sie wäre dieses schöne Leben mit all den guten Menschen, die mir sagen, worüber ich lachen und worüber ich weinen soll, nur schwer auszuhalten.“

Der Vorfall dürfte die Diskussionen in den kommenden Tagen prägen und könnte das Vertrauen mancher Wählerinnen und Wähler beeinflussen. Aber Ironie und „schwarzer Humor“ gehören demnach dann wohl zum neuen Verständnis von erfolgreichem Wahlkampf.

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