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Stichwahl in Wismar: So stellen sich die beiden Kandidaten vor der Entscheidung auf

In Wismar steht am 26. April die Stichwahl um das Bürgermeisteramt an. Nachdem im ersten Wahlgang am 12. April keiner der acht Bewerberinnen und Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger nun zwischen Frank Junge (SPD) und Manuela Medrow (AfD). Die Wahl gilt als wichtige Richtungsentscheidung für die Hansestadt.

Ergebnisse des ersten Wahlgangs

Mit 42,1 Prozent und 8.109 Stimmen lag Frank Junge am Wahlsonntag deutlich vorn. Die AfD-Kandidatin Manuela Medrow erreichte 20,5 Prozent und sicherte sich damit den zweiten Platz. Hinter ihnen folgten Christoph Meister (CDU) mit 14,7 Prozent, Toni Brüggert (Bürger für Wismar) mit 10,1 Prozent und Dr. Nils Jörn (BSW) mit 5,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,2 Prozent. Diese Zahlen bilden die Grundlage für die Ausgangslage der Stichwahl. Beide Kandidaten müssen nun zusätzliche Wählergruppen erreichen, da mehr als ein Drittel der Stimmen auf ausgeschiedene Bewerber entfiel.

Strategien der Kandidaten

Frank Junge setzt im Wahlkampf auf Kontinuität. Nach 16 Jahren unter Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) wirbt er mit Erfahrung, Stabilität und dem Slogan „Wismar für alle“. Sein Ziel ist es, die Wählerinnen und Wähler der moderaten ausgeschiedenen Kandidaten – insbesondere aus CDU, Linke und Bürger für Wismar – hinter sich zu vereinen.

Manuela Medrow positioniert sich als Alternative zum bisherigen Kurs. Sie spricht gezielt Menschen an, die mit der Stadt- oder Bundespolitik unzufrieden sind, und setzt auf Mobilisierung von Protestwählern. In ihren öffentlichen Auftritten kritisiert sie wiederholt „ungleiche Verhältnisse“ und fordert einen politischen Neuanfang.

Wählergruppen im Fokus

Die Stimmen der ausgeschiedenen Kandidaten sind entscheidend. Die Wählerschaften von CDU, Bürger für Wismar, Linke und BSW sind politisch heterogen, was die Mobilisierung für beide Seiten anspruchsvoll macht. Erfahrungen aus früheren Stichwahlen zeigen, dass persönliche Glaubwürdigkeit, lokale Themen und direkte Ansprache oft stärker wirken als Parteibindungen.

Im Mittelpunkt stehen Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt, zur Zukunft der Innenstadt, zur Wohnraumsituation und zur Rolle Wismars im regionalen Wettbewerb. Beide Kandidaten betonen, dass sie die Stadt in einer Phase des Wandels stabil und zukunftsfähig aufstellen wollen – allerdings mit unterschiedlichen politischen Schwerpunkten.

Die nächsten Tage bis zur Entscheidung

Bis zum 26. April bleibt beiden Kandidaten Zeit, unentschlossene Wählerinnen und Wähler zu erreichen und ihre Positionen zu schärfen. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass Briefwahl weiterhin möglich ist und empfiehlt, Unterlagen frühzeitig zu beantragen. Am Ende entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, welchen Kurs Wismar in den kommenden acht Jahren einschlagen wird.

#wismar.fm 2026 | redaktion | wismar
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