Am kommenden Sonntag (26.04.26) entscheidet sich, wer künftig das Bürgermeisteramt in Wismar übernimmt. In der Stichwahl stehen sich Frank Junge (SPD) und Manuela Medrow (AfD) gegenüber. Beide gehen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, aber jeweils mit klarer Zuversicht in die entscheidende Runde.
Ausgangslage nach dem ersten Wahlgang
Frank Junge erzielte im ersten Wahlgang 42,1 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor Manuela Medrow, die 20,5 Prozent erreichte. Während Junge damit als Favorit in die Stichwahl geht, betont Medrow, dass die Karten nun neu gemischt seien. Die Stimmen der ausgeschiedenen Kandidaten – zusammen mehr als ein Drittel der Wähler – werden entscheidend dafür sein, wie sich das Kräfteverhältnis am Sonntag entwickelt.
Frank Junge: Erfahrung, Bekanntheit und ein klarer Vorsprung
Der SPD‑Kandidat verweist auf seinen deutlichen Erststimmenvorsprung und spricht von einer „sehr guten Ausgangsposition“. Er setzt in den letzten Tagen vor der Wahl auf Bürgernähe, Gesprächsabende und thematische Schwerpunkte wie Wohnen, Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung. Junge betont seine langjährige politische Erfahrung und sieht darin einen Vorteil, um die Stadt „stabil und verlässlich“ zu führen.
Manuela Medrow: Außenseiterin mit Selbstbewusstsein
Die AfD‑Kandidatin wertet ihr Ergebnis als „starkes Signal“ und spricht von realistischen Chancen, die Stichwahl zu gewinnen. Sie will die verbleibenden Tage nutzen, um sich den Wismarern intensiver vorzustellen. Medrow ist politisch vergleichsweise neu und setzt darauf, dass die Bürgermeisterwahl eine Personenwahl sei – und dass sie zusätzliche Wählergruppen erreichen könne, die im ersten Wahlgang anders abgestimmt haben.
Zentrale Unterschiede in Profil und Strategie
Bekanntheit: Junge ist seit Jahren in der Politik präsent; Medrow tritt erstmals in dieser Größenordnung an. Junge betont Inhalte und Erfahrung, Medrow setzt auf persönliche Ansprache und Unzufriedenheitssignale aus Teilen der Stadtgesellschaft. Junge muss seinen Vorsprung halten; Medrow muss deutlich zulegen, um aufzuschließen.
Wie realistisch sind die Chancen?
Eine Stichwahl folgt eigenen Regeln: Der Vorsprung aus dem ersten Wahlgang ist keine Garantie, aber ein deutlicher Vorteil. Medrow kann nur erfolgreich sein, wenn sie breit mobilisiert und Wähler anderer Kandidaten überzeugt. Junge muss vor allem Stabilität zeigen und seine Unterstützer erneut zur Wahl bewegen. Beide Kandidaten gehen öffentlich zuversichtlich in die Entscheidung – und beide betonen, dass die Wahl offen sei.
Bedeutung für die Stadt
Die Stichwahl entscheidet nicht nur über die Person an der Spitze des Rathauses, sondern auch über die politische Ausrichtung der kommenden Jahre. Für viele Wismarer steht am Sonntag die Frage im Mittelpunkt, ob die Stadt auf Kontinuität setzt oder einen politischen Kurswechsel vollzieht.