Die Hansestadt Wismar lädt die Bürger zu einer Informationsveranstaltung ein, um die langfristige Mobilitätsstrategie der Stadt fernab aufgeheizter Debatten einordnen zu können.
Hintergrund ist der am 28. Mai von der Bürgerschaft verabschiedete Verkehrsentwicklungsplan, der die Mobilität der kommenden zehn bis fünfzehn Jahre prägen soll. Besonders kontrovers diskutiert wird die geplante Reduzierung von Parkflächen in der Altstadt. Da moderne Fahrzeuge breiter werden, verlangen die geltenden Regelwerke größere Stellplätze, was bei Neuplanungen automatisch zu einem Rückgang der Gesamtzahl führt.
Bürgermeister Thomas Beyer betonte in einer Videobotschaft, dass es nicht um einen „Krieg gegen das Auto“ gehe, sondern um eine gerechte Neuaufteilung des begrenzten Verkehrsraums. Der Wegfall zentraler Parkflächen soll durch mehrere Maßnahmen ausgeglichen werden. Dazu zählen die geplante Erweiterung des Parkhauses am Alten Hafen um rund 200 Plätze, der Aufbau eines digitalen Parkleitsystems zur Reduzierung des Parksuchverkehrs sowie zusätzliche Kompensationsflächen am Rand der Altstadt für Pendler und Anwohner.
Mobilität für alle Verkehrsarten
Der Verkehrsentwicklungsplan berücksichtigt alle Verkehrsformen. Da bereits heute mehr als die Hälfte aller Wege in Wismar zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus zurückgelegt wird, setzt das Konzept verstärkt auf klimafreundliche Alternativen. Vorgesehen sind unter anderem verbesserte Radwege, neue Fahrradstraßen und eine höhere Aufenthaltsqualität in den Fußgängerbereichen. Insgesamt umfasst der Plan acht Handlungsfelder, die die Mobilität der Stadt umfassend neu ordnen sollen.
Informationsveranstaltung im Zeughaus
Die Bürgerversammlung findet am 18. Juni, um 17.00 Uhr im Zeughaus in der Ulmenstraße statt. Dort können Interessierte ihre Fragen direkt an die Planer und die Stadtverwaltung richten und sich ein eigenes Bild von den geplanten Maßnahmen machen.