Galeria hat bekanntgegeben, dass 33 Filialen bundesweit auf ihre Rentabilität untersucht werden. Auch der Standort Wismar gehört zu den Häusern, für die Gespräche mit Vermietern über Mietkonditionen und mögliche Flächenanpassungen anstehen.
Sollten keine tragfähigen Lösungen gefunden werden, sei die Fortführung gefährdet, teilte das Unternehmen mit. Bei einigen Filialen laufen die Verhandlungen bereits, bei anderen beginnen sie jetzt.
Bürgermeister: „Der Standort war immer profitabel“
Wismars Bürgermeister Frank Junge blickt der Prüfung des Wismarer Hauses dennoch zuversichtlich entgegen. Der Standort sei historisch wie wirtschaftlich stark, betonte er. Das Kaufhaus sei als Karstadt‑Stammhaus der Ursprung der Warenhäuser in Deutschland und habe damit eine übergeordnete Bedeutung. Junge zeigte sich überzeugt, dass die Filiale auch künftig profitabel arbeiten werde.
Forderung nach rechtssicherer Sonntagsöffnung
Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um die Landesregierung zu einer schnellen und rechtssicheren Lösung für Sonntagsöffnungen aufzurufen. Gerade in touristischen Hochzeiten müsse der Einzelhandel die Umsätze mitnehmen können. Die bisherige Regelung für Tourismusorte – darunter Wismar – war im Frühjahr vom Oberverwaltungsgericht Greifswald gekippt worden. Das Land strebt eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht an.
Galeria unter Sanierungsdruck
Die Warenhauskette befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Erst kürzlich erhielt Galeria eine neue Kreditlinie über bis zu 160 Millionen Euro von der US‑Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Der Kredit ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Bereits im Juni wurde bekannt, dass rund 30 der 83 Filialen als gefährdet gelten.
Das frische Kapital soll unter anderem genutzt werden, um einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und bat um Stundungen.
Hintergrund: Dritte Insolvenz innerhalb von vier Jahren
Galeria hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet – ausgelöst durch die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört das Unternehmen der US‑Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.