Die CDU‑Bürgerschaftsfraktion möchte den Abend‑ und Nachtverkehr in Wismar sicherer und komfortabler gestalten. Ihr Antrag sieht vor, dass die Bürgerschaft den Bürgermeister beauftragt, beim Landkreis Nordwestmecklenburg als zuständigem ÖPNV‑Aufgabenträger die Einführung des Serviceangebots „Halten auf Wunsch“ anzuregen.
Dieser Service soll ab 20.00 Uhr im Rahmen des bestehenden Öffentlichen Dienstleistungsauftrags mit der NAHBUS Nordwestmecklenburg GmbH geprüft und umgesetzt werden. Fahrgäste sollen zwischen regulären Haltestellen aussteigen können, um kürzere Wege und ein höheres Sicherheitsgefühl zu erhalten – ohne zusätzliche Kosten für die Kommune.
Prüfung der Rahmenbedingungen
Die Verwaltung soll die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen des bestehenden Dienstleistungsauftrags prüfen und dabei auf Erfahrungen aus Städten wie Rostock oder Schwerin zurückgreifen. Ein zentraler Punkt ist die Definition klarer Kriterien für das Fahrpersonal, damit Zwischenhalte nur bei sicheren Straßen‑ und Verkehrsverhältnissen erfolgen. Ebenso vorgesehen ist eine umfassende Informationskampagne über Hinweise in Bussen, an Haltestellen, auf den Webseiten von NAHBUS und der Hansestadt sowie über Social‑Media‑Kanäle.
Hintergrund und Begründung
Viele Fahrgäste stehen abends nach dem Aussteigen vor langen Wegen durch schlecht beleuchtete oder ruhige Bereiche der Stadt. Das beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl erheblich. Andere Städte haben dieses Problem bereits erfolgreich gelöst: Dort können Fahrgäste ab 20 Uhr dem Fahrpersonal rechtzeitig signalisieren, wo sie zwischen den Haltestellen aussteigen möchten. Das Fahrpersonal entscheidet dann eigenverantwortlich über einen sicheren Halt.
Die Erfahrungen zeigen, dass das „Halten auf Wunsch“ keine finanziellen Mehrbelastungen verursacht, da weder zusätzliche Kilometer gefahren noch neue Linien eingerichtet werden müssen. Da der Busverkehr in Wismar über den Landkreis organisiert wird, ist eine direkte Abstimmung zwischen Bürgermeister und Landrat notwendig, um die Einführung dieses kostenlosen Sicherheitsmehrwerts für die Bürgerinnen und Bürger voranzubringen.