Die Wismarer Tafel steht vor einer ungewissen Zukunft. Da der Mietvertrag für die aktuellen Räumlichkeiten im Herbst ausläuft, droht dem Verein der Verlust seines Standortes. Monatlich versorgt die Tafel rund 2.000 bedürftige Menschen im Landkreis Nordwestmecklenburg. Trotz intensiver Suche konnte bislang keine geeignete, bezahlbare und barrierefreie Alternative gefunden werden.
Protestaktion auf dem Marktplatz
Um auf die Lage aufmerksam zu machen, versammelten sich am Donnerstagnachmittag rund zehn Mitarbeitende mit drei Lieferfahrzeugen der Tafel auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Die Aktion sollte während der parallel tagenden Bürgerschaftssitzung ein sichtbares Zeichen setzen. Vorsitzender Norbert Hagedorn betonte, man müsse deutlich machen, dass der Verein ohne neue Räume seine Arbeit nicht fortführen könne.
Appell in der Bürgerschaftssitzung
Der Protest blieb nicht auf dem Platz. Während der Einwohnerfragestunde schilderte eine Mitarbeiterin der Tafel die Situation direkt vor den Stadtvertretern. Vertreter aller Fraktionen signalisierten daraufhin ihre Bereitschaft, den Verein im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Auch Bürgermeister Thomas Beyer bekräftigte, dass die Verwaltung die Suche nach einer Lösung aktiv begleite.
Interimslösung wird geprüft
Eine konkrete Lösung ist jedoch weiterhin nicht in Sicht. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob temporäre Freiflächen im Stadtgebiet für eine Containeranlage genutzt werden könnten. Eine solche Übergangslösung würde jedoch Zeit für Planung und Aufbau benötigen. Für die Tafel bleibt es damit ein Wettlauf gegen den nahenden Kündigungstermin.