Der Marineschiffbauer ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) zieht den Zeitplan für seinen Standort in Wismar deutlich vor. Bereits im kommenden September startet auf der mecklenburgischen Werft die Serienproduktion von U‑Booten. Möglich wird dies durch die vorzeitige Fertigstellung einer neuen Druckkörpertaktstraße, die rund 100 Millionen Euro gekostet hat und derzeit ihre finale Erprobung durchläuft. Die Anlage funktioniert wie ein industrielles Fließband für U‑Boot‑Rümpfe und sollte ursprünglich erst später in Betrieb gehen.
Doppelter Produktionsauftakt im Herbst
Der September bringt der Werft gleich zwei große Projekte: Parallel zum Serienbau der U‑Boote beginnen auch die Arbeiten am neuen deutschen Forschungseisbrecher „Polarstern“. Damit wird der Standort Wismar früher als geplant wieder zu einem zentralen Produktionsort für maritime Großprojekte.
Erste Aufträge stehen fest
Die neue Taktstraße wird zunächst für zwei Boote der Klasse 218SG genutzt, die für die Marine Singapurs gefertigt werden. Langfristig ist Wismar für die Produktion der modernen Klasse 212CD vorgesehen, die Deutschland und Norwegen gemeinsam bestellt haben. Die Region verbindet mit dem Produktionsstart große Hoffnungen auf neue Arbeitsplätze. Aktuell beschäftigt TKMS rund 400 Mitarbeitende in Wismar, doch abhängig von Exportaufträgen soll die Belegschaft bis 2029 auf 1.500 bis 1.700 Personen anwachsen.
Blick nach Kanada
Ein Schlüssel für diesen Ausbau könnte ein Großauftrag aus Kanada sein. Die Bundesregierung und TKMS werben derzeit intensiv um ein milliardenschweres Projekt für bis zu zwölf kanadische U‑Boote. Sollte der Zuschlag nach Deutschland gehen, würde die Werft in Wismar massiv profitieren und ihre Rolle als maritimer Hightech‑Standort weiter stärken.