In der Hansestadt sind am Dienstagmittag zwei neue Stolpersteine verlegt worden. Die etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Pflastersteine mit gravierter Messingplatte erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Mit den beiden neuen Steinen steigt die Zahl der Gedenksteine in Wismar auf inzwischen 46.
Gedenken an Karl Kähler und Karl‑Heinz Frädrich
In der Bliedenstraße wurde ein Stolperstein für Karl Kähler in den Gehweg eingelassen. Der 1906 geborene Wismarer starb 1943 im Konzentrationslager Neuengamme. In der Böttcherstraße erinnert nun ein weiterer Stein an Karl‑Heinz Frädrich, Jahrgang 1911, der 1941 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde.
Nach Angaben der Stadt Wismar wird mit diesen beiden Steinen an Menschen erinnert, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und schließlich ermordet wurden.
Schüler recherchieren Lebensgeschichten
Die Biografien der beiden Männer wurden von der zehnten Klasse des Gerhart‑Hauptmann‑Gymnasiums Wismar recherchiert. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Unterricht intensiv mit den Lebenswegen der Opfer beschäftigt und die Ergebnisse für die Verlegung aufbereitet.
46 Stolpersteine seit 2008
Seit 2008 wurden in Wismar insgesamt 46 Stolpersteine verlegt. Sie sind Teil des europaweiten Kunst‑ und Erinnerungsprojekts des Künstlers Gunter Demnig, das an die Opfer des NS‑Regimes im unmittelbaren Lebensumfeld erinnern soll.