In der Kleingartenanlage „Am Klingenberg“ in Wismar stehen derzeit mögliche Abwasser‑Missstände im Fokus behördlicher Untersuchungen. Recherchen des NDR zufolge versickert verunreinigtes Schmutzwasser teilweise unkontrolliert im Erdreich. Da verlässliche Zähler oder dokumentierte Abwassermengen fehlen, ist bislang unklar, wie viel Abwasser bereits in den Boden gelangt ist. Die Sorge vor langfristigen Schäden für Boden und Grundwasser wächst.
Behörden fordern Nachweise der Pächter
Die Problematik ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hatte die untere Wasserbehörde den Verein aufgefordert, detaillierte Informationen zur Entsorgungssituation der einzelnen Parzellen vorzulegen. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung, die illegale Einleitungen aus unzureichenden Grundstücksabwässern unterbinden soll.
Kleingärtner müssen nachweisen, ob sie regelkonforme Chemie‑ oder Biotoiletten nutzen oder ob eine abflusslose Grube vorhanden ist, für die eine gültige Dichtheitsprüfung vorliegt. Fehlende oder veraltete Nachweise können zu empfindlichen Sanktionen führen.
Grauzone zwischen zentraler und dezentraler Entsorgung
Während nahezu alle regulären Haushalte in Wismar an die zentrale Abwasserbeseitigung angeschlossen sind, gelten Kleingartenanlagen mit dezentralen Auffanggruben als regulatorische Grauzone. Werden Gruben nicht regelmäßig fachgerecht geleert oder marode Anlagen weiter genutzt, drohen Umweltbelastungen und rechtliche Konsequenzen.
Behörden und Kreisverband der Gartenfreunde prüfen nun, ob es sich um einzelne Verstöße oder ein strukturelles Problem innerhalb der über 400 Parzellen umfassenden Anlage handelt.