Der Alte Hafen zählt zu den prägenden Wahrzeichen Wismars. Um die historische Kulisse langfristig zu sichern und zugleich attraktiver zu gestalten, hat die Stadt umfangreiche Investitionen bestätigt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Arbeiten am Brunkowkai steht ab 2027 die nächste Großbaustelle im südlichen Hafenbecken bevor.
Betroffen ist der stark frequentierte Abschnitt zwischen den Fischverkaufskuttern und der angrenzenden Gastronomieterrasse. Die Stadt schätzt die Netto‑Kosten der Maßnahme auf rund 3,6 bis 4,6 Millionen Euro. Der ursprünglich für Herbst 2026 geplante Baustart verschiebt sich aufgrund der Planungsabläufe auf das kommende Jahr.
Neue Spundwand und moderner Hochwasserschutz
Um die Standfestigkeit der Kaianlage zu sichern und den Küstenschutz zu verbessern, wird eine rund 200 Meter lange neue Spundwand vor das beschädigte Bauwerk gesetzt. Ergänzt wird sie durch ein modernes Entwässerungsschöpfwerk sowie mobile Pfähle und Dammbalken, die bei drohenden Sturmfluten schnell montiert werden können.
Durch das Vorrücken der Spundwand verringert sich die Wasserfläche im Hafenbecken um etwa einen Meter. Dieser Raumgewinn kommt direkt den Passanten zugute: Die Promenade wird breiter, sicherer und barrierefrei gestaltet. Eine geplante Machbarkeitsstudie soll zudem Lösungen für das wiederkehrende Verkehrschaos entlang der Straße Am Hafen liefern und den Verkehrsfluss für Fußgänger und Radfahrer verbessern.
Erfolgreiches Vorbild: Der sanierte Brunkowkai
Wie moderne Hafeninfrastruktur aussehen kann, zeigt der Brunkowkai an der Stockholmer und Kopenhagener Straße. Dort war die Kaianlage durch den Befall der Schiffsbohrmuschel stark geschädigt worden. Die umfassende Erneuerung wurde im Februar 2026 abgeschlossen.
Rund 8,5 Millionen Euro flossen in das Projekt. Entstanden ist eine attraktive Flaniermeile mit neuen Sitzgruppen, Grünflächen und einem Spielschiff für Kinder. Gleichzeitig erfüllt der Bereich eine zentrale Schutzfunktion: Eine robuste Wellenspundwand aus Stahlbeton sowie eine zusätzliche landseitige Schutzwand sichern den Hafen langfristig gegen Ostsee‑Sturmfluten. Auch die Freizeitschifffahrt und Kreuzfahrtschiffe profitieren von verbesserten Anlegemöglichkeiten.