Bei Ermittlungen wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit im Schiffbau hat der Zoll am Mittwoch auch ein Objekt in Wismar durchsucht. In der Altstadt waren etwa ein Dutzend Zollfahrzeuge vor einem Wohn- und Geschäftshaus unweit des Marktplatzes zu sehen. Auch in einer nahe gelegenen Tiefgarage waren Beamte im Einsatz.
Die Durchsuchung in Wismar war Teil einer größeren Aktion mit knapp 100 Zollbeamten an mehreren Orten in Deutschland. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen sechs Beschuldigte. Nach Angaben der Ermittler besteht der Verdacht, dass ausländische Arbeitskräfte für Arbeiten auf Werften eingesetzt wurden, ohne sie ordnungsgemäß zur Sozialversicherung anzumelden.
Schaden soll bei rund fünf Millionen Euro liegen
Die Beschuldigten sollen seit 2021 als Arbeitgeber ausländische Arbeitskräfte beschäftigt haben, darunter Menschen aus Rumänien. Für die Beschäftigten sollen weder die erforderlichen Sozialversicherungsbeiträge noch Lohnsteuer gezahlt worden sein.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand soll dafür ein Werkvertrag mit einem rumänischen Unternehmen vorgetäuscht worden sein. Zudem besteht der Verdacht, dass entsprechende Bescheinigungen manipuliert wurden. Die zuständige Staatsanwaltschaft beziffert den mutmaßlich entstandenen Schaden auf rund fünf Millionen Euro. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler Beweismittel sicher. Dazu gehören unter anderem Smartphones. Diese müssen nun ausgewertet werden.
Unternehmen bislang nicht genannt
Welche Unternehmen konkret von den Ermittlungen betroffen sind, wurde bislang nicht mitgeteilt. Auch ist derzeit nicht bekannt, ob die Durchsuchung in Wismar unmittelbar mit Arbeiten auf der Wismarer Werft zusammenhängt. Werkverträge und die Entsendung ausländischer Beschäftigter nach Deutschland sind grundsätzlich legal.
Gegenstand der aktuellen Ermittlungen ist vielmehr der Verdacht, dass entsprechende Konstruktionen genutzt wurden, um Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zu umgehen. Für die sechs Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.