In der Hansestadt endet eine politische Ära. Thomas Beyer (SPD), seit April 2010 Bürgermeister, befindet sich in seiner letzten Woche im Amt. Am kommenden Montag übergibt er die Amtsgeschäfte an seinen Parteikollegen Frank Junge, der sich im April in der Stichwahl durchgesetzt hatte. Nach 16 Jahren an der Spitze der Verwaltung steht damit ein Wechsel bevor, der von einer ungewöhnlich angespannten Stimmung begleitet wird.
Kritik an Auftritten in den letzten Wochen
In politischen Kreisen wird beobachtet, dass Beyers jüngste Auftritte und Entscheidungen nicht mehr die Souveränität früherer Jahre erkennen ließen. Beobachter sprechen von einer gewissen Dünnhäutigkeit und einer Kommunikation, die in den finalen Wochen mehrfach Irritationen ausgelöst habe. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, der Amtsinhaber tue sich schwer mit dem Übergang.
Würdigung in der Bürgerschaft
Bereits Ende Juni verabschiedete sich die Bürgerschaft in ihrer letzten regulären Sitzung offiziell von Beyer. Präsidentin Sylvia Bartsch würdigte seinen langjährigen Einsatz und die mehr als 5.000 Verwaltungsvorlagen, die während seiner Amtszeit eingebracht wurden. Trotz dieser Anerkennung bestimmen in den Tagen vor dem Amtswechsel vor allem Debatten über Beyers aktuelles Auftreten die Schlagzeilen.
Herausforderungen für den Nachfolger
Frank Junge übernimmt ein Rathaus, in dem nach den Reibereien der vergangenen Wochen wieder Ruhe einkehren muss. Für ihn beginnt am kommenden Montag eine Phase des Neuaufbaus und der Stabilisierung. Beyer verabschiedet sich derweil in den Ruhestand – ein Ende, das nach vielen erfolgreichen Jahren ein unerwartet unruhiges Finale fand.