In der CDU Mecklenburg-Vorpommern wächst kurz vor der Landtagswahl die Furcht vor einer historischen Niederlage. Führende Landespolitiker äußern offen die Befürchtung, dass die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und damit den Einzug in den Landtag verpassen könnte.
Marc Reinhardt, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, sprach gegenüber dem „Tagesspiegel“ von einer angespannten Lage. Die Sorge vor einem Scheitern sei deutlich spürbar. Auch der ehemalige Landes- und Fraktionschef Eckhardt Rehberg warnte vor einem möglichen Ausscheiden der CDU aus dem Landtag und verwies auf aktuelle Umfragen, die diese Gefahr nahelegten.
Umfragen zeigen deutliche Schwäche
In jüngsten Erhebungen der Forschungsgruppe Wahlen erreicht die CDU im Nordosten nur noch sieben Prozent. Sollte sich dieses Ergebnis am Wahltag bestätigen, wäre es das schlechteste Abschneiden der Partei bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik.
CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters bezeichnete die Situation gegenüber „Welt-TV“ als „ernste Lage“. Die zunehmende Zuspitzung des Wahlkampfs und die anhaltende Kritik an der Bundesregierung setzten der Partei massiv zu. Peters sprach von einem „Existenzkampf“, den die CDU derzeit führe.
Kritik an Schwesig und der SPD
Für die Schwäche der eigenen Partei macht Rehberg unter anderem den Wahlkampf von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verantwortlich. Er warf der Regierungschefin eine starke Polarisierung vor, die aus seiner Sicht der AfD zusätzlichen Auftrieb verschaffe.
Auch die Grünen kritisierten die Strategie der Ministerpräsidentin. Grünen-Co-Bundeschefin Franziska Brantner warnte in der „Augsburger Allgemeinen“, ein Wahlsieg Schwesigs sei wenig wert, wenn die Grünen am Ende den Einzug in den Landtag verpassten.