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Christian Schönwälder eröffnet „FAN SHOP“ – eine Reise durch Realität, Fiktion und Wahrnehmung

Der Kunstverein Wismar zeigt vom 12. März bis zum 11. April 2026 in der Galerie Hinter dem Rathaus eine Ausstellung, die weit über klassische Malerei hinausgeht. Unter dem Titel „FAN SHOP“ präsentiert der Rostocker Künstler Christian Schönwälder Malerei, Zeichnungen, Objekte und medienübergreifende Arbeiten, die alle einem zentralen Gedanken folgen: der Frage nach der Beschaffenheit unserer Realität und den Werkzeugen, mit denen wir sie wahrnehmen.

Ein Projekt zwischen Kunst, Erzählung und Parallelwelt

Im Mittelpunkt steht das Buch „Zeleberian“, eine 230‑seitige Erzählung in limitierter, nummerierter und signierter Auflage. Schönwälder bezeichnet das Werk selbst als Multiple – als eine Form der Bildhauerei in Buchform. Die Geschichte folgt Vincent Finn Detta, der in einer surrealen Scheibenwelt auf Erinnerungen, Trugbilder und fragmentierte Wirklichkeiten trifft. Auf seiner Suche nach Orientierung wird er zu „Vendetta“, einer Figur, die mithilfe eines besonderen Helms versucht, die Echtheit der Welt zu überprüfen.

Diese literarische Grundlage bildet das Fundament für das ZELEBERIAN PROJ., das Schönwälder in der Ausstellung weiterführt. Es untersucht, ob und wie sich „Realitätslecks“ – Glitches in der Matrix – sichtbar machen lassen. Dafür entwirft der Künstler Werkzeuge, Objekte und visuelle Systeme, die im FAN SHOP als Einzelstücke oder Multiples präsentiert werden. Die Ausstellung wird so zu einem Labor, in dem Wahrnehmung, Fiktion und Analyse ineinandergreifen.

Was bedeutet „FAN“?

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Frage nach der Bedeutung des Wortes „FAN“. In der Erzählung stößt Vendetta auf ein Schaufenster mit diesem Schriftzug, ohne dessen Bedeutung zu kennen. Aus dieser Unwissenheit entwickelt Schönwälder eine künstlerische Untersuchung: Was heißt es, Fan zu sein? Wovon? Und warum? Die Ausstellung nähert sich diesen Fragen mit Illustrationen, Kohlezeichnungen, Malerei, kleineren Objekten, Videos und Texten.

Ein Künstler zwischen Raumkonzepten und alternativen Wirklichkeiten

Christian Schönwälder, 1975 in Rostock geboren und seit 2009 in Schwerin lebend, studierte Malerei und Bildhauerei in Stuttgart und Dresden. Als Meisterschüler von Prof. Eberhard Bosslet beschäftigte er sich früh mit architektonisch anmutenden Objekten, die wie Relikte einer vergangenen oder zukünftigen Welt wirken. Später entwickelte er filigrane Papierarbeiten und die Werkreihe der Tapings, bei denen er seinen eigenen Körper als Ausgangspunkt für räumliche Erkundungen nutzt.

Mit „Zeleberian“ und dem „FAN SHOP“ führt er diese Auseinandersetzung fort: Realität wird befragt, Wahrnehmung wird zum Werkzeug, und Kunst wird zum Versuchsfeld für alternative Sichtweisen.

Ausstellungseröffnung

Die Vernissage findet am Mittwoch, 11. März 2026, um 19:30 Uhr statt. Die Vorstandsvorsitzende des Kunstvereins, Lena Biesalksi, führt in einem Künstlergespräch in das Projekt ein.

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