Im Hafen von Wismar ist am Montagmorgen erneut ein Wal aufgetaucht. Das Hafenamt meldete das Tier gegen 9.00 Uhr der Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar, die seitdem die Lage beobachtet. Nach ersten Einschätzungen könnte es sich um einen Buckelwal handeln. Die Größe lässt sich bislang nur schätzen; das Tier soll etwa acht Meter lang sein.
Zusammenhang mit früheren Sichtungen unklar
In den vergangenen Wochen waren mehrfach Wale an der deutschen Ostseeküste gesichtet worden – unter anderem vor Heiligenhafen sowie zuletzt in der Flensburger Förde. Dort handelte es sich nach Angaben des schleswig‑holsteinischen Umweltministeriums vermutlich um ein Tier, das zuvor bereits in Schottland, Dänemark und der Kieler Förde beobachtet worden war. Ob der nun in Wismar gesichtete Wal identisch mit einem der zuvor gemeldeten Tiere ist, lässt sich derzeit nicht sagen. Das Deutsche Meeresmuseum steht im Austausch mit den beteiligten Stellen, plant aber zunächst keinen eigenen Einsatz vor Ort.
Einschätzung der Behörden
Nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums wirkt der Wal vital. Er taucht regelmäßig auf und wieder ab. Die Wasserschutzpolizei ist im Einsatz und beobachtet das Verhalten des Tieres. Ziel sei es, dem Wal einen störungsarmen Rückweg in tiefere Gewässer zu ermöglichen und eine Strandung zu verhindern.
Hinweise für Wassersportler
Sportbootführer und Wassersportler werden gebeten, Abstand zu halten und den Kontakt mit dem Tier zu vermeiden. Die Behörden warnen davor, den Wal zu bedrängen oder anzulocken.
Erinnerung an „Timmy“
Der Fall erinnert an den später als „Timmy“ bekanntgewordenen Buckelwal, der Anfang März 2025 erstmals im Hafen von Wismar gesichtet wurde. Das Tier strandete mehrfach, wurde im April in einer umstrittenen Aktion geborgen und Anfang Mai in der Nordsee freigelassen. Mitte Mai wurde es tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt und anhand eines Senders identifiziert. Der Fall sorgte bundesweit und international für große Aufmerksamkeit.