Der Ausbau der ehemaligen MV‑Werften durch Thyssenkrupp Marine Systems entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Kraftzentrum für Wismar und Nordwestmecklenburg. Mit rund 200 Millionen Euro Modernisierungsinvestitionen entsteht am Standort eine hochmoderne Hybridwerft, die sowohl militärische U‑Boot‑Technologie als auch komplexe zivile Spezialschiffe fertigen kann. Die langfristige Auftragslage sorgt für Planungssicherheit weit über das laufende Jahrzehnt hinaus.
Rückenwind für Zulieferer und Handwerk
Der Werftausbau wirkt wie ein Konjunkturprogramm für die regionale Wirtschaft. TKMS setzt verstärkt auf Kooperationen mit mittelständischen Betrieben aus Mecklenburg‑Vorpommern. Besonders gefragt sind Metallbau, Elektrotechnik und logistische Dienstleistungen rund um den Hafen. Die Wertschöpfung soll bewusst in der Region bleiben – ein entscheidender Faktor für neue, stabile Arbeitsplätze.
Fachkräftemangel verschärft sich
Der Boom hat jedoch eine Kehrseite. TKMS baut seine Belegschaft massiv aus und plant eine deutliche Vervielfachung der Beschäftigtenzahlen. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften – von Schweißern über Ingenieure bis zu Konstruktionsmechanikern – steigt rasant. Kleinere Handwerks‑ und Industriebetriebe fürchten, im Wettbewerb um Personal gegenüber dem finanzstarken Großkonzern ins Hintertreffen zu geraten.