Die „Wissemara“, das weithin sichtbare Aushängeschild der Wismarer Traditionsschifffahrt, steht vor einer ihrer größten Herausforderungen seit dem Wiederaufbau. Bei turnusmäßigen Arbeiten im Winterlager haben Fachleute einen erheblichen Befall durch Holzschädlinge festgestellt. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass zentrale Bauteile des Rumpfes und der Aufbauten betroffen sind – mit potenziell gravierenden Folgen für die strukturelle Sicherheit des Schiffs.
Ein Befund, der Sorgen bereitet
Die Schäden seien so weitreichend, dass eine einfache Reparatur nicht ausreiche. Stattdessen müsse geprüft werden, ob Teile des Schiffskörpers großflächig ersetzt werden müssen. Das würde nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel erfordern. Die genaue Ursache des Befalls ist noch unklar. Fachleute vermuten, dass Feuchtigkeit in schwer zugänglichen Bereichen ideale Bedingungen für die Schädlinge geschaffen haben könnte. Eine endgültige Diagnose soll ein spezialisiertes Holzschutzlabor liefern.
Sanierung möglich – aber extrem teuer
Nach ersten Schätzungen der Berufsgenossenschaft könnten die notwendigen Arbeiten bis zu fünf Millionen Euro kosten. Eine Summe, die weit über das hinausgeht, was der Verein aus eigener Kraft stemmen könnte. Selbst mit Fördermitteln, Spenden und ehrenamtlicher Unterstützung wäre eine Sanierung dieser Größenordnung ein Kraftakt.
Ein Schiff mit Symbolkraft
Seit ihrer Fertigstellung zieht die „Wissemara“ regelmäßig Besucherinnen und Besucher an, nimmt an maritimen Festen teil und repräsentiert die Hansestadt weit über die Region hinaus. Für viele Wismarerinnen und Wismarer ist sie ein emotionaler Ankerpunkt – ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit der Seefahrtstradition der Stadt.
Umso größer ist der Schock über die aktuellen Entwicklungen. In den sozialen Medien äußern sich zahlreiche Menschen betroffen, viele bieten spontan Hilfe an oder fragen nach Spendenmöglichkeiten.
Wie es weitergeht
In den kommenden Wochen sollen detaillierte Gutachten Klarheit bringen. Erst dann kann entschieden werden, ob eine umfassende Sanierung technisch machbar und finanziell realisierbar ist. Bis dahin bleibt die Zukunft der „Wissemara“ ungewiss.