Mecklenburg‑Vorpommern erlebt derzeit einen der heftigsten Wintereinbrüche der vergangenen Jahre. Seit dem Mittwochnachmittag ziehen immer wieder kräftige Schneeschauer und Sturmböen über das Land und haben die Lage bis in die Abendstunden weiter verschärft. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einem ausgeprägten Schneeorkan, der besonders die Küstenregionen und den Raum Wismar hart trifft.
Straßen spiegelglatt – Winterdienst am Limit
Auf Autobahnen wie der A20 und A14 kam es bereits zu mehreren witterungsbedingten Unfällen. Teilweise mussten Abschnitte kurzfristig gesperrt werden. Auch im Stadtgebiet Wismar sind zahlreiche Nebenstraßen kaum passierbar. Der Winterdienst arbeitet im Schichtbetrieb, kann aber aufgrund der schnellen Eisbildung nicht überall gleichzeitig für sichere Bedingungen sorgen.
Die Polizei appelliert eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, nur unbedingt notwendige Fahrten anzutreten. Fußgänger sollten Kreuzungen und schlecht beleuchtete Bereiche besonders vorsichtig passieren, da die Sicht durch den dichten Schneefall stark eingeschränkt ist.
Schneeverwehungen und schlechte Sicht
Der kräftige Ost- bis Südostwind führt zu massiven Schneeverwehungen, vor allem in offenen Lagen. Die Sicht kann innerhalb weniger Sekunden drastisch abnehmen. Einsatzkräfte berichten von Situationen, in denen Fahrzeuge trotz geringer Geschwindigkeit ins Rutschen geraten oder plötzlich im dichten Schneetreiben stehen bleiben.
Eiseskälte verschärft die Lage
Die Temperaturen liegen zwischen –3 und –6 Grad, durch den Wind fühlt es sich jedoch deutlich kälter an. In Wismar und Umgebung werden gefühlte Werte von bis zu –12 Grad gemeldet. In der Nacht sinken die Temperaturen weiter, was die Glättegefahr zusätzlich erhöht.
Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur
Der öffentliche Nahverkehr ist bereits beeinträchtigt. Buslinien melden Verspätungen und einzelne Ausfälle. Auch im Bahnverkehr kommt es zu Störungen, insbesondere durch vereiste Weichen. Stromausfälle sind bislang nicht bekannt, können aber aufgrund der anhaltenden Sturmböen nicht ausgeschlossen werden.
Ausblick
Meteorologen erwarten, dass der Schneeorkan bis in den frühen Samstag anhält. Erst im Laufe des Wochenendes könnte sich die Lage langsam entspannen. Dennoch bleibt es frostig, und weitere Schneeschauer sind möglich.
Die Behörden raten weiterhin zu Vorsicht und empfehlen, sich regelmäßig über aktuelle Verkehrsmeldungen und Wetterwarnungen zu informieren.