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Wismars Nadelöhr: Geduldsprobe an der Hochbrücke hält an

Die Nerven bei Pendlern, Wirtschaft und Stadtplanern liegen blank. Während die Bausubstanz der bestehenden Hochbrücke – der zentralen Verkehrsachse zwischen Altstadt, Hafen und den nördlichen Wohngebieten – sichtbar an ihre Grenzen kommt, stockt das Mammutprojekt „Ersatzneubau“ weiter. Die Zeit läuft, doch der Fortschritt bleibt aus.

Bürgermeister Beyer warnt vor Verkehrschaos

Bürgermeister Thomas Beyer hat sich erneut mit einem dringlichen Appell an die Landesregierung gewandt. Seine Forderung: Der sofortige Start des Planfeststellungsverfahrens. Ohne diesen rechtlichen Auftakt rückt der Neubau in weite Ferne. Beyer warnt, dass die bestehende Brücke ihre Belastungsgrenze schneller erreichen könnte, als die neue fertiggestellt ist. Eine mögliche Sperrung für schwere Lkw hätte weitreichende Folgen – vom täglichen Pendelverkehr bis zur regionalen Logistik. Ein massiver Rückstau im gesamten Stadtgebiet wäre kaum zu vermeiden.

Das Kernproblem: Zeit und Geld

Ursprünglich war eine Fertigstellung bis 2028 im Gespräch. Inzwischen gilt dieses Ziel als unrealistisch. Experten zweifeln sogar, ob das Jahr 2032 – das Ende der prognostizierten Haltbarkeit der alten Brücke – noch sicher zu halten ist. Die Stadt Wismar hat zugesagt, rund sechs Millionen Euro beizusteuern, um auf dem Neubau moderne Geh‑ und Radwege zu realisieren. Diese Investition ist zentral für die Mobilitätswende, hängt aber vollständig von der Landesplanung ab.

Trassenführung weiter umstritten

Das Land favorisiert derzeit die sogenannte Seebrücken‑Variante, die südlich parallel zur bestehenden Brücke verlaufen soll. Vorteil: Der Verkehr könnte während der Bauzeit über das alte Bauwerk weitergeführt werden. Doch in der Bürgerschaft gibt es weiterhin Stimmen, die alternative Lösungen wie einen Tunnel fordern – trotz mehrfacher Ablehnung durch das Land wegen enormer Mehrkosten. Die Diskussion zeigt, wie groß der Druck ist, eine langfristig tragfähige Lösung zu finden.

Was passiert als Nächstes?

Die Stadtverwaltung erwartet im ersten Quartal 2026 eine klare Entscheidung aus dem Verkehrsministerium. Bis dahin bleibt die Hochbrücke das infrastrukturelle Sorgenkind der Region – ein Bauwerk, das täglich von rund 30.000 Fahrzeugen genutzt wird und dessen Ausfall die Wirtschaft Nordwestmecklenburgs empfindlich treffen würde.

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