Die Diskussion um den Parkplatz an der Bürgermeister‑Haupt‑Straße hat sich zu einem echten kommunalpolitischen Brennpunkt entwickelt. Was lange wie eine einfache Frage der Parkordnung wirkte, ist inzwischen ein Konflikt zwischen Sportvereinen, Pendlern, Anwohnern und Touristen – und die Fronten verhärten sich.
Ein überlasteter Parkplatz als Dauerproblem
Der Stellplatz vor der Sport‑ und Mehrzweckhalle gehört zu den letzten großen kostenlosen Parkflächen in Zentrumsnähe. Genau das macht ihn so attraktiv – und so überfüllt. Schon am Vormittag ist er meist komplett belegt. Viele derer, die hier aussteigen, steuern allerdings nicht die Halle an, sondern das benachbarte Wonnemar, um Parkhausgebühren zu sparen. Andere nutzen die Fläche als Langzeitparkplatz für Wohnmobile oder als Pendler‑Depot. Für Trainer, Eltern und Sportlerinnen, die eigentlich auf die Nähe zur Halle angewiesen sind, bleibt oft kein Platz mehr.
Die Pläne der Stadtverwaltung
Unter Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) prüft die Verwaltung zwei Modelle, um das Dauerparken einzudämmen und den Sportbetrieb zu entlasten. Im Gespräch ist zum einen eine Gebührenpflicht mit einer kostenlosen ersten Stunde – die sogenannte Brötchentaste. Zum anderen steht eine Parkscheiben‑Regelung im Raum, die die Parkdauer auf drei Stunden begrenzen würde. Beide Varianten sollen verhindern, dass Fahrzeuge tagelang stehen bleiben, ohne den Vereinssport zusätzlich zu belasten.
Politische Debatte und Forderungen der Vereine
In der Bürgerschaft ist die Stimmung gespalten. Befürworter einer Bewirtschaftung versprechen sich weniger Suchverkehr und mehr Ordnung. Kritiker warnen dagegen vor neuen Hürden für das Ehrenamt. Der Sportbeirat fordert Sonderregelungen oder Parkausweise für Trainer und aktive Mitglieder, damit der Zugang zur Halle nicht erschwert wird.
Wie es weitergeht
Ende Februar soll die Bürgerschaft entscheiden. Wird die Vorlage angenommen, könnten Parkautomaten oder neue Schilder bereits im Frühsommer 2026 installiert werden. Für viele Wismarer ist der Parkplatz damit längst mehr als nur Asphalt – er steht für die Frage, wie die Stadt künftig Mobilität, Ehrenamt und Tourismus miteinander in Einklang bringen will.