Der SPD‑Landrat des Kreises Ludwigslust‑Parchim, Stefan Sternberg, steht wegen einer kostspieligen Dienstreise nach Hamburg massiv unter Druck. Ende September 2023 hatte er gemeinsam mit einem Mitarbeiter drei Nächte im Luxus‑Hotel Tortue verbracht – für insgesamt rund 2.600 Euro, hinzu kam ein Sushi‑Dinner für 255 Euro. Sämtliche Ausgaben wurden aus der Kreiskasse beglichen.
Auffällige Preisunterschiede zu anderen Teilnehmern
Brisant wird der Vorgang durch den Vergleich mit weiteren Kongressteilnehmern aus der Kreisverwaltung. Neun Mitarbeitende übernachteten in deutlich günstigeren Hotels wie Motel One oder Ibis, wo die Preise zwischen 87 und 139 Euro pro Nacht lagen. Selbst drei Kollegen, die ebenfalls im Tortue untergebracht waren, zahlten mit rund 300 Euro pro Nacht erheblich weniger als Sternberg und sein Begleiter.
Kritik aus Opposition und Zivilgesellschaft
Die Opposition spricht von einem „handfesten Skandal“. CDU‑Kreisvorsitzender Daniel Peters wirft Sternberg vor, sich „auf Steuerzahlerkosten ein paar nette Tage gemacht“ zu haben, und fordert eine Stellungnahme von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Auch die AfD verlangt umfassende Aufklärung.
Von der SPD kommt bislang keine Unterstützung. Offizielle Stellungnahmen bleiben aus, intern herrscht spürbare Zurückhaltung. Transparency International kritisiert die hohen Kosten deutlich und warnt vor einem weiteren Vertrauensverlust in politische Amtsträger.
Sternbergs Erklärung und offene Fragen
Sternberg selbst verweist auf ein „kurzfristiges Erfordernis“ und betont, die Vorgaben des Landesreisekostengesetzes eingehalten zu haben. Warum die Kosten dennoch so stark von denen anderer Teilnehmer abweichen, bleibt ungeklärt.
Der politische Druck wächst – und die Affäre dürfte den Landkreis noch länger beschäftigen.