Im Bürgerschaftssaal des Wismarer Rathauses sind am 28. Februar 2026 rund 50 Menschen geehrt worden, die im Jahr 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. Die Feierstunde bildete den festlichen Rahmen für einen Moment, der für viele der Anwesenden einen wichtigen Schritt in ihrem Leben markiert – den offiziellen Beginn ihrer Zugehörigkeit zur deutschen und zur Wismarer Stadtgemeinschaft.
Bedeutung der Einbürgerung für die Stadt
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 160 Personen in Wismar eingebürgert – deutlich mehr als in den Vorjahren. 2022 und 2023 waren zusammen etwa 80 Menschen zu einem ähnlichen Empfang eingeladen worden. Die steigenden Zahlen spiegeln nicht nur die wachsende Vielfalt der Stadt wider, sondern auch die Bedeutung, die Wismar einer aktiven Integrationspolitik beimisst.
Reden, Botschaften und ein Appell
Bürgermeister Thomas Beyer begrüßte die neuen Staatsbürger persönlich. In seiner Rede betonte er, wie wichtig Vielfalt, Respekt und ein offenes Miteinander für die Stadtgesellschaft seien. Er nutzte die Gelegenheit, um klar Stellung gegen Alltagsrassismus zu beziehen und dafür zu werben, dass Wismar ein Ort bleibt, an dem Menschen unabhängig von Herkunft oder Religion willkommen sind.
Unterstützt wurde er von Jana Michael, der Integrationsbeauftragten des Landes Mecklenburg‑Vorpommern. Sie hob hervor, wie viel Mut und Entschlossenheit mit dem Schritt zur Einbürgerung verbunden sind und wie sehr die Region von den Lebenswegen und Perspektiven der neuen Staatsbürger profitiert.
Ein Empfang im Zeichen des Übergangs
Die Veranstaltung fand in einer besonderen politischen Phase statt. Bürgermeister Beyer, der nach 16 Jahren im Amt nicht erneut zur Wahl antritt, wird die Stadt nur wenige Wochen später in Richtung Ruhestand verlassen. Die Einbürgerungsfeier wurde damit auch zu einem Moment des Rückblicks: Beyer sprach über die Bedeutung von Integration als dauerhafte Aufgabe und über die Verantwortung, die er an seine Nachfolgerinnen und Nachfolger weitergibt.
Ein gemeinsamer Schritt in die Zukunft
Für die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger war der Empfang mehr als eine formale Geste. Viele nutzten die Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, ihre Geschichten zu teilen und den Moment zu feiern, der für sie einen neuen Lebensabschnitt markiert. Die Stadt Wismar setzte mit der Feierstunde ein sichtbares Zeichen dafür, dass Zugehörigkeit nicht nur ein Verwaltungsakt ist, sondern ein gemeinschaftlicher Prozess, der von Anerkennung und Wertschätzung lebt.