Die Rettungsaktion in der Lübecker Bucht hat am Wochenende für große Erleichterung gesorgt: Der Buckelwal, der sich in den vergangenen Wochen immer wieder mit Netzresten in der Ostsee gezeigt hatte, konnte von einem Team der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd teilweise befreit werden. Die Befreiung galt als technisch äußerst anspruchsvoll, da das Tier ständig abtauchte und die Helfer nur aus einem kleinen Schlauchboot heraus arbeiten konnten.
Die Crew nutzte speziell angefertigtes Schneidwerkzeug, um die gefährlichen Leinenreste zu durchtrennen, die den Wal am freien Schwimmen und Tauchen hinderten. Eine der Leinen konnte erfolgreich entfernt werden. Trotz der Strapazen gelang es dem Tier anschließend, selbstständig in tiefere Gewässer abzutauchen.
Inzwischen steht fest, dass es sich eindeutig um einen Buckelwal handelt – ein seltener Gast in der westlichen Ostsee. Fachleute gehen davon aus, dass er über die Nordsee in die Bucht gelangt ist, vermutlich einem Heringsschwarm folgend.
Die Meeresschützer warnen erneut vor sogenannten Geisternetzen, herrenlosen Fischereileinen, die im Meer treiben und für Meeressäuger eine wachsende Gefahr darstellen. Immer häufiger fordern Umweltorganisationen deshalb gezielte Bergungsaktionen und strengere Kontrollen, um solche Vorfälle zu verhindern.
Der Wal wird weiterhin beobachtet. Die Helfer hoffen, dass sich auch der letzte verbliebene Netzrest löst – oder dass sich eine weitere Gelegenheit ergibt, das Tier vollständig zu befreien.