Es ist die Nachricht, auf die Tierfreunde und Experten seit Tagen gewartet haben: Der Buckelwal, der im flachen Wasser vor Wismar festsaß, ist wieder frei. Nachdem das Tier tagelang erschöpft ausgeharrt hatte, konnte er sich in der Nacht zu Dienstag endlich aus seiner misslichen Lage befreien.
Die Wasserschutzpolizei meldete am Dienstagmorgen vorsichtige Entwarnung: Bei nächtlichen Kontrollfahrten gab es keine weiteren Sichtungen des Meeresriesen. Zuletzt war der Wal am Montagabend gegen 23:00 Uhr im Bereich der Seebrücke Wendorf gesehen worden.
Rettung durch Lärm-Taktik?
Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Professor Burkard Baschek, blickt auf intensive Tage zurück. Nach Rücksprache mit internationalen Experten entschied man sich für eine ungewöhnliche Methode: „Man hat uns geraten, den Wal mit gezieltem Lärm zu aktivieren“, so Baschek. Die Strategie scheint aufgegangen zu sein – der Wal mobilisierte seine letzten Kräfte.
Die Gefahr ist noch nicht gebannt
Trotz der wiedergewonnenen Freiheit bleibt die Lage angespannt. Statt direkt Kurs auf die offene Ostsee zu nehmen, schwamm der sichtlich angeschlagene Wal gestern zunächst in Richtung des Wismarer Hafens. Die Sorge der Retter ist groß, dass sich das Tier in dem verwinkelten Areal erneut in eine gefährliche Sackgasse manövriert.
„Wir müssen nun versuchen, ihn vom Hafen abzuhalten“, erklärt Baschek das weitere Vorgehen für den heutigen Dienstag. Die Experten werden das Gewässer großflächig absuchen, um Timmys genaue Position zu bestimmen und ihn – wenn möglich – sicher in Richtung offenes Meer zu geleiten. Ganz Wismar drückt nun die Daumen, dass der Buckelwal diesmal den richtigen Weg findet.