In der Hansestadt entscheidet sich heute, wer in den kommenden acht Jahren an der Spitze des Rathauses stehen wird. Bei der Stichwahl treten der SPD‑Bundestagsabgeordnete Frank Junge und die AfD‑Kandidatin Manuela Medrow gegeneinander an. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr, erst danach beginnt die Auszählung. Zwischenstände können am Abend über das Präsentationsportal der Stadt verfolgt werden.
Zwei unterschiedliche Profile
Die Ausgangslage ist klar umrissen: Frank Junge geht mit deutlichem Vorsprung aus dem ersten Wahlgang in die Stichwahl. Mit 42,1 Prozent hatte er vor zwei Wochen das beste Ergebnis erzielt. Junge setzt auf Kontinuität, politische Erfahrung und die Fortführung einer aktiven Stadtentwicklung. Er wirbt damit, Wismar als Industrie‑ und Hafenstandort weiter auszubauen, Fördermittel für große Projekte einzuwerben und die Stadtverwaltung digitaler und bürgerfreundlicher zu gestalten.
Manuela Medrow erreichte im ersten Wahlgang 20,5 Prozent. Die Diplom‑Ingenieurin für Sicherheitstechnik ist politische Quereinsteigerin und trat erst im vergangenen Jahr der AfD bei. Sie stellt Haushaltsdisziplin, eine straff organisierte Verwaltung und Fragen der öffentlichen Sicherheit in den Mittelpunkt ihrer Kandidatur. Medrow betont, dass Wismar aus ihrer Sicht einen klaren Kurswechsel brauche und warnt vor finanziellen Risiken für die Stadt.
Der Kampf um die freien Stimmen
Entscheidend für den Ausgang der Stichwahl ist, wie sich die Wählerinnen und Wähler der sechs ausgeschiedenen Kandidierenden verhalten. Sie kamen zusammen auf fast 37 Prozent der Stimmen. Beide verbliebenen Bewerber bemühten sich in den vergangenen Tagen intensiv darum, diese Gruppen zu erreichen. Während Junge auf seine politische Vernetzung und seine Verwaltungserfahrung setzt, hofft Medrow auf den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einem personellen und politischen Neuanfang.
Ein Wahlkampf mit deutlichen Gegensätzen
Der Wahlkampf zwischen den beiden Kandidierenden war geprägt von klaren Unterschieden in Stil und Schwerpunktsetzung. Junge präsentierte sich als erfahrener Gestalter, der auf bestehende Strukturen aufbauen will. Medrow hingegen stellte sich als Alternative zum bisherigen Kurs dar und rückte Ordnung, Kontrolle und Effizienz in den Vordergrund. Die Auseinandersetzung verlief damit weniger über detaillierte Programme als über grundsätzliche Vorstellungen von Führung und Verwaltung.
Entscheidung am Abend
Wie die Bürgerinnen und Bürger diese Unterschiede bewerten, zeigt sich erst nach Schließung der Wahllokale. Offizielle Ergebnisse werden im Laufe des Abends erwartet und müssen von der Stadt bestätigt werden.