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Verwesender Buckelwal soll an Land gezogen werden: Bergung möglicherweise am Wochenende

Vor der dänischen Insel Anholt soll der verwesende Buckelwal „Timmy“ an Land gezogen werden. Seit mehr als zwei Wochen treibt der Kadaver im flachen Wasser vor der Urlaubsinsel. Ob die Bergung am Samstag oder erst am Sonntag gelingt, war zunächst unklar. In der kommenden Woche soll der Wal untersucht werden. Fachleute rechnen mit starkem Verwesungsgeruch und warnen vor Ansteckungsgefahr, weshalb nur wenige Personen an den Arbeiten beteiligt werden.

Gescheiterter Transportversuch

Ein erster Versuch, den durch Fäulnisgase aufgeblähten Wal in tieferes Wasser zu ziehen und anschließend in einen Hafen zu bringen, war gescheitert. Nun soll die Untersuchung direkt am Strand erfolgen. Die Experten wollen vor allem klären, woran das Tier starb – auch vor dem Hintergrund der Diskussion, ob der Wal überhaupt hätte gerettet werden können.

Kritik an deutscher Rettungsaktion

Der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen bezeichnete den Rettungsversuch als „reine Tierquälerei“. Der Buckelwal sei krank und entkräftet gewesen und hätte in Ruhe gelassen werden müssen. Stattdessen sei er tagelang in einer Metallkiste über das Meer transportiert worden, den Wellen und Motorengeräuschen ausgesetzt, um schließlich wieder ins Meer gekippt zu werden. Für ein wildes Tier sei das extrem belastend gewesen.

Verwunderung auf Anholt

Auf der Insel mit nur rund 130 Bewohnern sorgt vor allem das große Interesse aus Deutschland für Verwunderung. Viele Einheimische sprechen vom „deutschen Promi-Wal“. Für sie bedeutet der Kadaver jedoch vor allem Ärger: Er liegt am beliebtesten Strand der Insel, stinkt zunehmend und könnte den Sommerbetrieb beeinträchtigen. Zudem verschmutze ein verwesender Wal die Umgebung erheblich.

Strand wird abgesperrt

Die Umweltbehörde warnt Badegäste davor, sich dem Kadaver zu nähern. Sobald die Untersuchung beginnt, soll der Strand abgesperrt werden. Tierärzte und Experten wollen unter anderem prüfen, ob Fischernetze oder Plastik im Verdauungstrakt eine Rolle gespielt haben. Bei vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark waren Fischernetze nachweislich beteiligt.

Mehr Buckelwale in der Ostsee

Madsen betont, man solle sich grundsätzlich darüber freuen, dass wieder mehr Buckelwale in der Ostsee auftauchen. Statt große Ressourcen in die Rettung einzelner Tiere zu stecken, müsse man verhindern, dass Wale überhaupt in solche Situationen geraten.

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