Zum Weltnichtrauchertag am heutigen Sonntag warnt die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (Lakost) vor dem zunehmenden Konsum von E‑Zigaretten und sogenannten Vapes unter Jugendlichen in Mecklenburg‑Vorpommern.
„Wir beobachten mit Sorge, dass Vapes für viele Jugendliche inzwischen zum Lifestyle‑Produkt geworden sind. Die Hemmschwelle zum Konsum sinkt deutlich, während gleichzeitig das Bewusstsein für gesundheitliche Risiken oft fehlt“, sagte Lakost‑Geschäftsführerin Birgit Grämke. Prävention müsse daher frühzeitig ansetzen.
Industrie setzt auf junge Zielgruppen
Während der klassische Zigarettenkonsum laut Lakost in den vergangenen Jahren rückläufig war, reagiert die Tabak‑ und Nikotinindustrie mit neuen Strategien. Dazu zählen bunte Verpackungen, süße Geschmacksrichtungen und indirekte Werbung über Influencerinnen und Influencer in sozialen Medien. Diese Maßnahmen sollen die Produkte für junge Menschen besonders attraktiv machen.
Gesundheitsrisiken weiterhin unklar
Auch wenn der Dampf von E‑Zigaretten weniger Schadstoffe enthält als Tabakrauch, sei das Vapen keineswegs harmlos, betont Justin Onyechi, Sucht‑Experte der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). Langzeitstudien fehlten bislang, weshalb sich das Krebsrisiko durch jahrelangen Konsum nicht zuverlässig einschätzen lasse. Dennoch seien auch im Dampf von E‑Zigaretten schädliche und potenziell krebserregende Stoffe nachgewiesen worden.
Hohe Zahl medizinischer Behandlungen
Nach Angaben der KKH wurden im Jahr 2024 in Mecklenburg‑Vorpommern 135.200 Menschen „wegen Tabakabhängigkeit, Entzugserscheinungen, eines akuten Tabakrauschs oder weiterer psychischer Probleme aufgrund von Tabak“ medizinisch behandelt.
Beratung im Alltag
Am Montag bietet die Universitätsmedizin Greifswald im Einkaufszentrum Elisenpark einen Beratungs‑ und Aufklärungstermin an. „Wir bieten Hilfestellung bewusst im Alltag der Menschen an, denn da muss der Weg zum Nichtrauchen letztlich gelingen“, sagte Präventionsforscherin Sabina Ulbricht.
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