Auf dem Gelände von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) in Wismar steht die hauptamtliche Werkfeuerwehr vor einem möglichen Personalumbruch. Zum 1. Oktober endet der Vertrag des bisherigen Dienstleisters Kötter Fire & Service. Rund 50 Feuerwehrleute aus der Region könnten dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren.
Neuer Betreiber fordert B1‑Qualifikation
Hintergrund ist der Betreiberwechsel zur VSU Brandschutz GmbH. Für eine Weiterbeschäftigung verlangt das Unternehmen eine formale B1‑Feuerwehrausbildung. Ein Großteil der aktuellen Mannschaft verfügt nicht über diesen spezifischen Abschluss, obwohl die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben bereit sind, die geforderten Lehrgänge kurzfristig zu absolvieren. Ohne Übergangslösungen droht den Beschäftigten die Entlassung.
Kritik an beteiligten Unternehmen
Die Feuerwehrleute fordern ein Umdenken und sehen mehrere Akteure in der Verantwortung. Kötter Fire & Service solle die langjährige Belegschaft beim Übergang nicht alleinlassen. Die VSU Brandschutz GmbH wird aufgefordert, die praktische Erfahrung der Mannschaft anzuerkennen und berufsbegleitende Nachqualifizierungen zu ermöglichen. TKMS wird als Auftraggeber und Standortbetreiber in die Pflicht genommen, soziale Verantwortung für die Sicherheitsteams zu übernehmen.
Sorge um Sicherheit auf dem Werftgelände
Neben den persönlichen Folgen für die Beschäftigten steht auch die Sicherheit auf dem Werftgelände im Fokus. Die aktuelle Mannschaft verfügt über detaillierte Ortskenntnis und hat nach eigenen Angaben bereits hohe Einsatzstärken bewiesen – unter anderem während der Liegezeit eines Kreuzfahrtschiffes im Jahr 2025 mit rund 1.600 Einsätzen. Ein vollständiger Austausch gegen ortsfremdes Personal könnte nach Einschätzung der Feuerwehrleute Risiken bergen.
Appell an Politik und Behörden
Die Einsatzkräfte richten einen dringenden Appell an die Stadt Wismar, die Kommunalpolitik und die zuständigen Aufsichtsbehörden. Gefordert wird ein runder Tisch mit TKMS, Kötter und VSU, um eine Lösung für den Verbleib der Mannschaft und eine faire Chance zur Weiterqualifizierung zu finden. Die Feuerwehrleute betonen, dass sie ihre Arbeitsplätze behalten und den Standort weiterhin schützen wollen.