Mecklenburg‑Vorpommern. Die rund 56.000 Beschäftigten im Einzelhandel des Landes erhalten mehr Geld. In der zweiten Verhandlungsrunde haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifabschluss verständigt. Demnach steigen die Löhne zum 01. Oktober um 3,0 Prozent, weitere 2,0 Prozent folgen zum 01. Juli 2027. Zudem wird ein tariflicher Mindestlohn eingeführt: 14,20 Euro ab dem 01. Oktober und 14,90 Euro ab dem 01. Juli 2027. Die Laufzeit des Tarifkompromisses beträgt 25 Monate. Verdi war ursprünglich mit einer Forderung nach 225 Euro mehr pro Monat und einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Gespräche gegangen.
Belastete Verhandlungen
„Die hohen Forderungen und Erwartungen der Gewerkschaft auf der einen Seite und die äußerst angespannte Wirtschaftslage der gesamten Branche auf der anderen Seite haben die Tarifrunde sehr belastet“, sagte Christian Lahrtz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber. Der Abschluss liege für einige Unternehmen an der Belastungsgrenze, dennoch hoffe man auf breite Akzeptanz.
Gewerkschaft sieht Erfolg durch Streiks
Verdi‑Verhandlungsführer Bert Stach betonte, der erzielte Kompromiss sei das Ergebnis des Drucks, den die Beschäftigten aufgebaut hätten. Das erste Angebot der Arbeitgeber habe Nullmonate enthalten und einen deutlichen Reallohnverlust bedeutet. „Mit ihren starken Streikaktionen haben die Beschäftigten der Tarifkommission den Rücken gestärkt und damit entscheidend dazu beigetragen, diesen Tarifabschluss durchzusetzen“, sagte Stach.