Am 26. Oktober 2026, lädt die Hansestadt Wismar zu einer ganz besonderen Begegnung ein: Unter dem Titel „Das große Gespräch: Reden über Heimat – Was bedeutet Heimat für mich?“ öffnet der Zeughaussaal der Stadtbibliothek in der Ulmenstraße seine Türen für ein außergewöhnliches Dialogformat. Die Veranstaltung, die um 18:00 Uhr beginnt, widmet sich den tiefen, persönlichen und oft sehr unterschiedlichen Gefühlen, die Menschen mit dem Begriff „Heimat“ verbinden.
Ein Raum für persönliche Geschichten statt politischer Debatten
„Was ist für mich Heimat? Was macht aus einem Land ein Zuhause? Ist Deutschland noch oder schon meine Heimat?“ – diese Leitfragen bewegen heute Menschen aller Generationen und Herkünfte gleichermaßen. Das Thema berührt Alteingesessene, die tief in Mecklenburg-Vorpommern verwurzelt sind, ebenso wie Menschen, die ihre ursprüngliche Heimat verlassen mussten, neu in der Region angekommen sind oder sich schlicht an mehreren Orten der Welt zu Hause fühlen. Mit dem Begriff verbinden sich Erinnerungen, Vertrautheit und Zugehörigkeit, aber manchmal auch das Gefühl von Fremdheit und Verlust.
Das Besondere an dem etablierten Format „Sprechen & Zuhören“ ist der bewusste Verzicht auf klassische Diskussionen. Es geht an diesem Abend ausdrücklich nicht darum, andere von der eigenen Sichtweise zu überzeugen oder darüber zu streiten, was Heimat sein sollte. Stattdessen steht das Teilen von persönlichen Perspektiven und das aufmerksame, respektvolle Wahrnehmen des Gegenübers im Mittelpunkt.
Das Prinzip: Rederecht ohne Unterbrechung
Der Ablauf des Abends folgt einer klaren und bewährten Struktur. Die Teilnehmenden kommen in kleinen, überschaubaren Gruppen zusammen. Nacheinander erhält jede Person festen Raum, um die eigenen Gedanken und Erinnerungen zu formulieren. Währenddessen hören die anderen Gruppenmitglieder einfach nur zu – ohne zu kommentieren, Zwischenfragen zu stellen oder Ratschläge zu erteilen. Durch diese Methode können völlig unterschiedliche Lebensrealitäten und Sichtweisen wertfrei nebeneinanderstehen, während gleichzeitig oft überraschende emotionale Verbindungen zwischen den Teilnehmenden sichtbar werden.
Teil einer großen bundesweiten Dialogoffensive
Die Veranstaltung in der Wismarer Stadtbibliothek ist kein isoliertes Event, sondern eingebettet in ein riesiges, deutschlandweites Netzwerk. Im gesamten Monat Oktober finden bundesweit mehr als 100 dieser Dialoge statt. Getragen wird die Gesamtinitiative von renommierten Organisationen wie Mehr Demokratie, der Initiative Offene Gesellschaft und dem Pocket Project. Vor Ort in der Hansestadt wird der Abend gemeinschaftlich von der lokalen Initiative „Wir leben Demokratie.Wismar“ und dem Team der Stadtbibliothek organisiert und moderiert.
Wichtige Hinweise für Besucher
Der Einlass in den Zeughaussaal beginnt bereits ab 17:30 Uhr. Da das Gruppenformat eine ungestörte Atmosphäre voraussetzt, schließt die Eingangstür pünktlich um 18:00 Uhr – ein späterer Einlass ist danach nicht mehr möglich. Das Ende der Veranstaltung ist für etwa 20:30 Uhr geplant. Die Teilnahme bietet eine wunderbare und kostenfreie Gelegenheit, an einem herbstlichen Montagabend den Horizont zu erweitern und mit den Menschen der eigenen Stadt auf einer ganz neuen Ebene ins Gespräch zu kommen.