Für die Hansestadt Wismar beginnt eine neue politische Ära. Am heutigen Montag tritt der 59‑jährige SPD‑Politiker Frank Junge offiziell seinen ersten Arbeitstag als Bürgermeister an.
Die feierliche Amtsübergabe fand bereits am Wochenende im historischen Rathaus statt. Wie mehrere Medien berichten, erhielt Junge dort aus den Händen seines Vorgängers die Ernennungsurkunde und legte seinen Amtseid ab. Damit endet die sechzehnjährige Amtszeit von Thomas Beyer, der nicht erneut zur Wahl angetreten war.
Deutlicher Wahlsieg und Rückkehr in die Heimat
Den Weg ins Rathaus ebnete die Stichwahl vom 26. April 2026. Junge setzte sich mit 68,2 Prozent der Stimmen gegen seine AfD‑Gegenkandidatin Manuela Medrow durch und sicherte der Stadt eine weitere sozialdemokratische Amtsperiode.
Um sich vollständig auf die neue Aufgabe konzentrieren zu können, legte er kurz vor der Ernennung sein Bundestagsmandat nieder, das er dreizehn Jahre lang innehatte. Seine Amtszeit als Bürgermeister ist auf acht Jahre festgelegt und markiert einen klaren beruflichen Neustart in der Heimat.
Große Erwartungen und ein schwieriger Start
Der Amtswechsel erfolgt in einer Phase intensiver kommunalpolitischer Debatten. Der scheidende Bürgermeister Thomas Beyer mahnte bei der Übergabe, dass die angespannte Finanzlage der Stadt und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums dringend angegangen werden müssen. Auch der Erhalt einer toleranten Stadtgesellschaft sei eine zentrale Aufgabe.
Zusätzlich belasten aktuelle Probleme wie die finanzielle Schieflage des Freizeitbades Wonnemar die Stadtkasse und erfordern schnelle Entscheidungen. Frank Junge kündigte an, die kommenden Herausforderungen mit Offenheit und Transparenz anzugehen und die Bürgerbeteiligung deutlich auszubauen.
Ein stacheliges Symbol zum Amtsantritt
Dass die kommenden Jahre kein leichter Weg werden, machten auch die Fraktionen im Rathaus deutlich. Die Opposition überreichte dem neuen Bürgermeister zum Einstand einen Kaktus – ein symbolischer Hinweis auf die politischen Herausforderungen, die ihn erwarten. Für viele Bürger verbindet sich mit dem Amtsantritt dennoch die Hoffnung auf einen Neustart, mehr Dialog und eine verlässliche kommunale Führung.