Die Grünen werfen der SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig im Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern einen rücksichtslosen Kurs vor. Grünen-Chef Felix Banaszak sagte der Deutschen Presse-Agentur, Schwesig setze darauf, dass alle Wählerinnen und Wähler, die die AfD verhindern wollen, zur SPD wechselten – und nehme damit bewusst in Kauf, dass CDU oder Grüne den Einzug in den Landtag verpassen könnten. Er sprach von einem „auf sich fixierten Wahlkampf ohne Rücksicht auf Verluste“.
Warnung vor politischen Instabilitäten
Banaszak warnte vor möglichen unklaren Mehrheitsverhältnissen nach der Wahl. Ohne klare demokratische Mehrheiten drohe politisches Chaos. Als Beispiel nannte er Sachsen-Anhalt, wo sich nach der Wahl schwierige Regierungsbildungen ergeben hatten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern seien instabile Verhältnisse möglich, trotz derzeit anderer Ausgangslage. Die Grünen hoffen auf eine Regierungsbeteiligung in einer Koalition mit SPD und Linken.
Vorwurf der Unverantwortlichkeit
Der Grünen-Chef bezeichnete Schwesigs Verhalten als unverantwortlich. Persönliche Ambitionen dürften nicht über das Wohl des Landes gestellt werden, sagte Banaszak. Es gehe nicht um einen „schönen Wahlabend für die SPD“, sondern um fünf stabile Regierungsjahre für Mecklenburg-Vorpommern.
Parteien kämpfen um den Einzug ins Parlament
In aktuellen Umfragen liegt die AfD vor der SPD, die jedoch aufholt. Die Grünen müssen um den Wiedereinzug in den Landtag fürchten, während die CDU inzwischen unter die Marke von zehn Prozent gefallen ist.
Meinungsforscher weisen darauf hin, dass Wahlumfragen generell mit Unsicherheiten behaftet sind. Sinkende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die Gewichtung der Daten. Umfragen spiegeln lediglich das Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Erhebung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.