In Mecklenburg‑Vorpommern wird derzeit intensiv über die Abschaffung der Orientierungsstufe in den Klassen 5 und 6 diskutiert. Mehrere Schulleiterverbände sowie die GEW Mecklenburg‑Vorpommern sprechen sich für eine Rückkehr zum Gymnasium ab Klasse 5 aus.
Forderung nach früherer Spezialisierung
Befürworter argumentieren, dass Schülerinnen und Schüler durch einen früheren Wechsel ans Gymnasium mehr Zeit für das G8‑Abitur oder ein entspannteres G9 hätten. Fachspezifisches Lernen könne früher beginnen, was die Leistungsentwicklung positiv beeinflussen solle.
Schulleitungen im Landkreis Nordwestmecklenburg berichten von überfüllten Klassen in der Orientierungsstufe. Da die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg erst nach Klasse 6 fällt, verteile sich der Andrang zunächst auf die Regional‑ und Gesamtschulen, was dort zu organisatorischen und pädagogischen Herausforderungen führe.
Kritik an früher Selektion
Die Landesregierung sowie Verbände wie der Landeselternrat MV warnen hingegen vor einer zu frühen sozialen Selektion. Das längere gemeinsame Lernen solle Kindern mit unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten gerecht werden und mehr Chancengleichheit ermöglichen.
Ein konkreter Zeitplan für eine mögliche Gesetzesänderung liegt derzeit nicht vor. Die Debatte gilt jedoch als eines der zentralen bildungspolitischen Themen im Land und dürfte die kommenden Monate weiter prägen.