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Bürgermeister Junge: Wismaria-Ruine nicht mehr standsicher – Wismar wirbt um Werft-Fachkräfte

Die ausgebrannte Wismaria-Fabrik an der Rostocker Straße in Wismar ist nicht mehr standsicher. Das teilte Bürgermeister Frank Junge am Donnerstag in der Bürgerschaft mit. In seinem Bericht ging er außerdem auf den Hochwassereinsatz an der Runden Grube, die Suche nach Fachkräften für die Wismarer Werft und eine neue Plattform zur Vermittlung ehrenamtlicher Tätigkeiten ein.

Wismaria nach Großbrand stark einsturzgefährdet

Der Großbrand Mitte Oktober hat nach Angaben des Bürgermeisters einen Großteil der Bausubstanz des denkmalgeschützten Industriegebäudes zerstört. Durch den Verlust der inneren Tragstruktur sei das verbliebene Gebäude nicht mehr standsicher.

Bereits am 19. Oktober mussten deshalb die einsturzgefährdete Außenwand des obersten Geschosses entlang der Straße und der Bahnlinie sowie ein weiterer gefährdeter Gebäudeteil im Dachgeschoss abgetragen werden. Nach einem erneuten Brand am 20. Oktober wurde der Sicherheitsabstand vergrößert. Inzwischen ist das gesamte Gelände mit Bauzäunen und Hinweisschildern gesichert. Junge appellierte an die Bevölkerung, die Absperrungen zu beachten und Abstand von der Ruine zu halten.

Die Brandursache ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Nach Angaben des Bürgermeisters besteht der Verdacht der Brandstiftung. Gegen eine Person werde aufgrund eines Anfangsverdachts ermittelt. Während der Löscharbeiten waren zeitweise rund 75 Einsatzkräfte vor Ort. Neben der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Wismar beteiligten sich Feuerwehren aus dem Landkreis, das Technische Hilfswerk und die Johanniter. Durch die Unterstützung von vier weiteren Feuerwehren konnten insgesamt vier Drehleiterfahrzeuge eingesetzt werden.

Neues Hochwasserschutzsystem spart Zeit und Personal

Auch der Hochwassereinsatz am Wochenende des 17. und 18. Oktober war Thema des Bürgermeisterberichts. An der Runden Grube kam erstmals ein modulares Hochwasserschutzsystem zum Einsatz, das von der Feuerwehr Rostock ausgeliehen worden war. Die Stadt Wismar befindet sich derzeit selbst in der Beschaffung eines solchen Systems.

Nach Angaben von Junge zeigte der Einsatz deutliche Vorteile gegenüber dem bisherigen Schutz mit Sandsäcken. Während dafür bislang etwa 40 bis 50 Tonnen Sand, 30 bis 40 Einsatzkräfte und ein ganzer Arbeitstag benötigt wurden, konnte das neue System mit knapp zehn Kräften in weniger als vier Stunden aufgebaut werden. Zudem entfällt nach dem Einsatz die kostenpflichtige Entsorgung großer Mengen Sand und Sandsäcke. Auch Mitglieder der Jugendfeuerwehr unterstützten den Aufbau. Junge dankte den beteiligten Einsatzkräften ausdrücklich für ihre Arbeit bei beiden Ereignissen.

Wismar sucht Werft-Fachkräfte im Saarland

Ein weiteres Thema war die Fachkräftegewinnung für den Marineschiffbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) in Wismar.

Am 23. und 24. November will Bürgermeister Frank Junge gemeinsam mit Landrat Tino Schomann, Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler und Vertretern von TKMS nach Saarbrücken reisen. Dort ist nach Vermittlung der Arbeitsagentur Schwerin ein Treffen mit rund 300 ehemaligen Beschäftigten der saarländischen Automobilindustrie geplant. Hintergrund ist der Stellenabbau in der Branche. Nach Einschätzung der Beteiligten verfügen viele der Betroffenen über Qualifikationen, die auch im Schiffbau benötigt werden.

Bei der Veranstaltung sollen berufliche Möglichkeiten bei TKMS sowie die Lebensbedingungen in Wismar und Nordwestmecklenburg vorgestellt werden. Die Stadtverwaltung will damit die Suche nach geeigneten Fachkräften aktiv unterstützen. Neben dem Arbeitsplatzangebot sollen auch die Wohn- und Lebensperspektiven in der Region vermittelt werden.

Neue Plattform soll Ehrenamtliche und Vereine verbinden

Abschließend informierte Junge über eine Engagement-Plattform der Aktion Mensch. Über das Angebot können Menschen nach ehrenamtlichen Tätigkeiten suchen, die zu ihrem Wohnort, ihren Interessen und ihrer verfügbaren Zeit passen. Vereine und Initiativen können dort kostenlos eintragen, für welche Aufgaben sie Unterstützung benötigen. Das Angebot ist bereits nutzbar, obwohl sich das landesweite Engagement-Portal für Mecklenburg-Vorpommern noch im Aufbau befindet.

Der Bürgermeister rief Wismarer Vereine dazu auf, ihre Angebote auf der Plattform zu veröffentlichen. Damit sollen Interessierte leichter Zugang zu ehrenamtlichen Aufgaben finden und Organisationen zusätzliche Unterstützung gewinnen können. Stelle den Artikel klarer nach Themen aufFormuliere die Wismaria-Passage sachlicher

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