Mittwoch, 19.Juni 2024 | 21:34

Drama pur im Buli-Abstiegskampf: Schalke patzt, zittert und kommt spät zurück

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Hochspannung im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga: Schalke 04 legt am 33. Spieltag gegen Frankfurt los wie die Feuerwehr, liegt dann hinten – und kommt ganz spät wieder zurück. Derweil sind Werder und Hoffenheim gerettet, Union muss plötzlich wieder bangen.

Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)

Schalke 04 darf nach einem emotionalen Punktgewinn weiter auf den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga hoffen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Reis erkämpfte sich im aufgeladenen “Endspiel” gegen Eintracht Frankfurt nach Rückstand noch ein 2:2 (1:1). Damit sind die Königsblauen 16., der VfB Stuttgart kann aber am Sonntag vorbeiziehen.

Simon Terodde (1.) besorgte den Schalkern in der ausverkauften Arena einen Start nach Maß, Daichi Kamada (21.) und Tuta (59.) drehten die Partie. Sebastian Polter schaffte aber kurz vor Schluss noch den viel umjubelten Ausgleich (85.).

Sollte Stuttgart beim FSV Mainz 05 gewinnen, gehen die Königsblauen auf dem Relegationsrang ins Bundesliga-Finale am kommenden Wochenende. Bei RB Leipzig wird jedoch Leistungsträger Moritz Jenz fehlen, der wie Terodde seine fünfte Gelbe Karte sah. Der Europa-League-Sieger aus Frankfurt wahrte dagegen die kleine Restchance auf die internationalen Ränge. Im DFB-Pokal-Finale gegen Leipzig am 3. Juni haben die Adlerträger aber eine weitere Gelegenheit, um auch in der kommenden Spielzeit wieder europäisch zu spielen.

Trainer Reis hatte die letzte Partie im eigenen Wohnzimmer als “Endspiel” bezeichnet, sein Team müsse “mutig” und “rigoros in den Zweikämpfen” sein. Die Schalker Anhänger taten ihr Übriges: Die Zuschauer im Unterrang kamen in Weiß gekleidet, die im Oberrang in Blau. Zusammen peitschten sie ihre Mannschaft nach vorne.

Den Gastgebern gelang der gewünschte Blitzstart: In der ersten Spielminute köpfte Terodde eine Freistoßflanke ein, im Stadion entbrannte ohrenbetäubender Jubel. Schalke kämpfte leidenschaftlich, ließ aber häufig das Zentrum offen – so auch beim Ausgleich, als Kamada nach innen zog, abschloss und Torhüter Alexander Schwolow den unplatzierten Schuss durchrutschen ließ.

Das Gästeteam von Trainer Oliver Glasner, der zum drittletzten Mal für die Eintracht an der Seitenlinie stand, zeigte sich zwar spielfreudiger. Die geladenen Schalker bearbeiteten Randal Kolo Muani und Co. aber immer wieder mit überzogener Härte. In der Offensive brachte Schalke ohne den gelbgesperrten Top-Torjäger Marius Bülter wenig zustande. Anders die Eintracht, die zu Beginn des zweiten Durchgangs das Kommando übernahmen. Die Gastgeber wirkten gehemmt – und es schlichen sich Fehler ein. Nach einer Flanke musste der freigelassene Tuta aus wenigen Metern nur noch einschieben.

Der Treffer zeigte seine Wirkung, doch Schalke rappelte sich nochmal auf. Angetrieben von den eigenen Fans mobilisierten die Hausherren die letzten Kräfte, für die Schlussoffensive brachte Reis mit Sebastian Polter und Tobias Mohr zudem weitere Angreifer. Schalke belohnte sich – und weiß doch nicht, wie es weitergeht.

Werder Bremen – 1. FC Köln 1:1 (0:1)

Erst gezittert, dann gejubelt: Durch ein 1:1 (0:1) gegen den 1. FC Köln hat sich Werder Bremen im Rennen um den Klassenerhalt mühsam über die Ziellinie geschleppt und darf als Aufsteiger für eine weitere Erstliga-Saison planen. In einer nervösen und oft hektischen Partie brachte Steffen Tigges, der in der 36. Minute eine Hereingabe des Ex-Bremers Florian Kainz aus kurzer Distanz über die Linie drückte, die Gäste in Führung. Für den Ausgleich sorgte Romano Schmid (73.) mit einem klassischen Abstaubertor.

“Avanti” stand auf dem Banner in der Ostkurve, mit dem die treuesten Werder-Fans motivieren wollten. Doch diese Botschaft kam bei den Platzherren zumindest in der ersten Halbzeit fast überhaupt nicht an. Ungenaues Passspiel, behäbiger Spielaufbau – die Gäste hatten mit den Norddeutschen zunächst leichtes Spiel. Zumal auch Niclas Füllkrug in der Anfangsphase kein Faktor war. Nach fünfwöchiger Pause wegen muskulärer Probleme in der Wade lief die Partie am Nationalspieler weitgehend vorbei. Sturmpartner Marvin Ducksch war in der Offensive meistens auf sich allein gestellt.

Ducksch war es auch, der in der Anfangsphase FC-Torhüter Marvin Schwäbe mit Distanzschüssen auf die Probe stellte. Doch die zwingenderen Aktionen gingen von den Gästen aus. In der 13. Minute musste Werder-Torwart Jiri Pavlenka allein vor Kainz retten und auch in der Folgezeit geriet das Tor der Platzherren mehrfach in Gefahr.

Und da die Grün-Weißen sich kaum noch aus der Defensive befreien konnte, rumorte es bald unter den 41.846 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion. Pfiffe begleiteten die Bremer zur Halbzeit in die Kabine. Werder-Trainer Ole Werner reagierte mit zwei Wechseln auf die desaströse erste Halbzeit und wechselte Schmid und Christian Groß ein. Nur drei Minuten später war ein erneuter Tausch fällig, Mitchell Weiser musste mit Leistenbeschwerden den Platz verlassen.

Doch die Verunsicherung bei den Gastgebern hielt an, die Pfiffe wurden lauter. Coach Werner blieb kaum mehr übrig, als immer wieder selbst halbwegs gelungene Aktionen seiner Schützlinge zu beklatschen. Den fast sicheren Ausgleich verpasste Jens Stage (70.) aus kurzer Distanz gegen den reaktionsschnellen Schwäbe. Drei Minuten später machte es Schmid besser.

TSG Hoffenheim – FC Union Berlin 4:2 (2:1)

Union Berlin muss wieder verstärkt um seine erste Teilnahme an der Champions League bangen. Die Eisernen verloren mit 2:4 (1:2) bei der TSG Hoffenheim. Durch die Niederlage liegt Union nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem Tabellenfünften SC Freiburg. Ihlas Bebou (22.), Andrej Kramaric (36./Foulelfmeter, 90.) und Munas Dabbur (90.+9) trafen für die Hoffenheimer, die den Klassenerhalt damit praktisch perfekt gemacht haben. Die Tore von Danilho Doekhi (45.+4) und Aissa Laidouni (90.+5) reichten nicht für Berlin.

Mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Werder Bremen können sich Köpenicker dennoch als 15. deutscher Verein der Historie für die Champions League qualifizieren. “Ich stelle mich auf einen sehr harten Fight ein”, sagte Berlins Trainer Urs Fischer kurz vor dem Anpfiff bei Sky: “Es gilt, diesen Kampf anzunehmen. Das wird ein ganz wichtiger Punkt sein im Spiel.”

Vor 30.150 Zuschauern in Sinsheim musste die Partie gleich zu Beginn für mehrere Minuten unterbrochen werden, weil TSG-Fans die Arena per Pyrotechnik in Rauch hüllten. Als wieder einigermaßen klare Sicht herrschte, bewahrheitete sich Fischers Prophezeiung – Kampf war Trumpf. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, spielerische Höhepunkte waren Mangelware, auf Torchancen warteten die Zuschauer in den ersten 20 Minuten vergebens.

Das änderte sich nach einem groben Schnitzer des Berliner Abwehrchefs Diogo Leite. Bebou ließ sich nicht zweimal bitten und brachte die TSG dank der “Vorarbeit” Leites, dessen geplante Rückgabe per Kopf völlig missglückte, in Führung. Nach dem Rückstand erhöhten die Gäste, bei denen der erkrankte Robin Knoche und Andras Schäfer fehlten, deutlich die Schlagzahl. Rani Khedira sorgte aus der Distanz erstmals für Gefahr vor dem Hoffenheimer Gehäuse (30.).

Das nächste Tor fiel aber erneut auf der Gegenseite, Kramaric traf vom Punkt. Zuvor hatte Leite den Österreicher Christoph Baumgartner gefoult – das jedenfalls erkannte Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle), dessen Pfeife zunächst stumm geblieben war, beim Videostudium.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs verstärkten die Berliner ihre Offensivbemühungen, Sheraldo Becker hatte zweimal den Ausgleich auf dem Fuß (54. und 64.). Hoffenheim aber erhöhte auf 3:1. Union versuchte trotzdem noch einmal alles.

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