Rund 1.000 Besucher haben am Sonnabend das traditionelle Gewölbesingen in der Sankt‑Nikolai‑Kirche erlebt. Das monumentale Hauptschiff war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die ersten sphärischen Klänge den Raum erfüllten. Was die Gäste am Boden zunächst nicht sehen konnten, war der besondere Auftrittsort des Ensembles: Die 19 Sänger positionierten sich in mehr als 20 Metern Höhe direkt in den historischen Torbögen oberhalb der Seitenschiffe.
Mittelalterliche Architektur als Klangtrichter
Wie Küster Martin Poley berichtet, nutzten die Musiker die mittelalterliche Bauweise gezielt für ihre Darbietung. Die Öffnungen im Mauerwerk wirken wie natürliche Trichter, die den Schall bündeln und in das Hauptschiff leiten. Dadurch entstand ein raumfüllender, fast schwebender Klang, der bis in die hintersten Reihen der Kirche reichte und das Publikum spürbar berührte.
Projektchor weckt alte Tradition
Verantwortlich für das außergewöhnliche Konzert ist ein engagierter Projektchor aus Wismar. Mit seinem Auftritt gelang es dem Ensemble, eine historische Tradition der Hansestadt neu zu beleben. Das Gewölbesingen, das über Jahrzehnte kaum wahrnehmbar war, wurde mit diesem Abend eindrucksvoll zurück in das kulturelle Bewusstsein der Region geholt.
Ausblick auf kommende Veranstaltungen
Nach dem großen Besucherandrang und der positiven Resonanz dürfte das Gewölbesingen künftig einen festen Platz im Kulturkalender der Hansestadt einnehmen. Die besondere Akustik der Sankt‑Nikolai‑Kirche und die ungewöhnliche Position der Sänger machen das Format zu einem Erlebnis, das weit über Wismar hinaus Aufmerksamkeit erzeugt.