Rettungsringe in Häfen oder auf Seebrücken können Menschenleben retten – wenn sie da sind. Immer wieder werden sie allerdings gestohlen.
In Wismar gab es dieses Jahr schon drei Zwischenfälle auf der Seebrücke in Wendorf, wie ein Stadtsprecher berichtet. „An der Seebrücke kommen solche Diebstähle erfahrungsgemäß in der warmen Jahreszeit häufiger vor, geschätzt ein- bis zweimal Mal im Monat, je nach Wetterlage.“
Noch aktiver sind Langfinger in Rostock, der größten Stadt des Landes. „Seit Januar 2026 sind im Bereich des Rostocker Stadthafens zwei Rettungsringe entwendet worden“, sagt ein Sprecher der Hansestadt. In Warnemünde wurden demnach am 6. Februar gleich fünf Rettungsringe aus den Kästen am Südteil des Alten Stroms entwendet.
Wasserschutzpolizei: Kein Kavaliersdelikt
„Die Entfernung dieser Rettungsringe ist kein Kavaliersdelikt“, warnt die Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern. „Problematisch ist es aber auch vor allem deshalb, weil Rettungsringe Sicherheits- und Rettungsmittel sind.“ Werden durch den Diebstahl Menschen gefährdet oder sei im Notfall keine Hilfe möglich, könnten zusätzlich schwerere Delikte hinzukommen. „Etwa die Gefährdung des Schiffs- oder Badebetriebs, fahrlässige Körperverletzung oder Tötung oder auch Behinderung beziehungsweise Vereitelung von Hilfeleistungen.“
Ersatz geht ins Geld
Die Kommunen und Hafenämter sind deshalb bemüht, verschwundene Rettungsringe umgehend zu ersetzen. Das geht ins Geld: Den Angaben aus den Städten zufolge kostet ein Rettungsring zwischen 80 und 150 Euro. Muss auch der Kasten erneuert werden, kann es demnach schnell auch mal 250 bis 350 Euro kosten.
Mitunter werden Rettungsringe nicht gestohlen, sondern – wohl aus reinem Übermut – ins Wasser geschleudert. „Wenige Male im Jahr werden Rettungsringe im Kommunalhafen zweckentfremdet und ins Wasser geworfen, oftmals in den Abend- und Nachtstunden – häufig im Sommer“, berichtet etwa eine Stadtsprecherin in Stralsund. Sie seien am darauffolgenden Morgen von Mitarbeitern des Hafenamtes entdeckt, geborgen und wieder angebracht worden. Ein Glück, dass es in der Zwischenzeit keinen Notfall gab.