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Mordprozess Fabian: Zeugin fotografierte Feuer am Fundort

Im Mordprozess um den im Oktober vorigen Jahres getöteten Jungen Fabian geht die akribische Spuren- und Beweisauswertung am Landgericht Rostock weiter. Am Verhandlungstag sechs sagte eine Zeugin aus, die am Tattag drei Fotos machte.

Diese zeigen Rauchschwaden und ein kleines Feuer am späteren Fundort des Leichnams in der Nähe von Klein Upahl. Die Frau war am 10. Oktober 2025 zufällig mit ihrem Pony unterwegs. Laut Anklage wurde die Leiche des Kindes mit Brandbeschleuniger angezündet, um Spuren zu verwischen.

Die 36-jährige Zeugin, die in Klein Upahl wohnt, führte ihr Pferd damals wie oft zu Fuß über den Feldweg in einen Wald und passierte dabei auch den Tümpel, an dem Fabian am 14. Oktober 2025 nach viertägiger intensiver Suche gefunden wurde. Sie fotografierte das Feuer und die weißen Rauchschwaden laut Meta-Daten des Handys am 10. Oktober um 14.59 Uhr und um 15.00 Uhr. 

Es habe ausgesehen, wie ein kleines Lagerfeuer. Sie habe aber gedacht, es könne sich um eine Art Brandrodung handeln, um Schilf um den Tümpel zu beseitigen. Als sie vom Spaziergang aus dem Wald zurückgekommen sei, sei das Feuer aus gewesen. Die Schwurgerichtskammer prüft in dem Prozess zahlreiche Indizien und Zeugenaussagen. Die 30-jährige Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen. Sie soll Fabian am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet haben. 

©Polizei Rostock (nachbearbeitet)

Zeugen sahen Auto der Angeklagten 

Zwei Zeugen sagten zudem aus, das Auto der Angeklagten am Tattag auf einem Feldweg in der Nähe des späteren Fundortes des Leichnams gesehen zu haben. Der Pickup sei am 10. Oktober in Klein Upahl aus einem Weg gekommen. Er habe das Auto sofort erkannt, sagte ein 18-Jähriger, der damals als Landwirt mit Kollegen Steine vom Acker sammelte und Mittagspause machte. Den Feldweg hatte auch die Zeugin mit ihrem Pony für ihren Spaziergang genutzt. 

Der Arbeitskollege des 18-Jährigen sagte aber, dass er die Fahrerin in dem Auto nicht habe sehen können. Das Auto fuhr nach Angaben beider Zeugen in Richtung Upahl und kam aus der Richtung, die zu dem einige hundert Meter entfernten Tümpel führte, an dem Fabians Leiche gefunden wurde. 

Das Gericht teilte zum Prozessauftakt auch mit, dass der Auswertungsbericht eines erst kürzlich untersuchten Messers vorliege. Das Ergebnis soll später erörtert werden. Es ist eines von mehreren untersuchten Messern. Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden.

Zahllose Chatnachrichten 

Es war der sechste Verhandlungstag des Prozesses. Die Angeklagte war bis zum vorläufigen Ende der Beziehung im August vorigen Jahres jahrelang mit Fabians Vater liiert, und ist mittlerweile wieder mit ihm zusammen. Sie sitzt seit November 2025 in U-Haft. 

Der Prozess wurde von rund 80 Zuschauern im Saal 2.002 im Rostocker Landgericht verfolgt. Erneut spielte die Kammer Sprachnachrichten zwischen der Angeklagten und Fabians Vater (35) vor, die zum Zeitpunkt des Verschwindens mehr oder weniger getrennt waren. 

Beide lebten in einer Art "On/Off"-Beziehung. Dabei flehte die Frau ihren damaligen Ex-Partner in Sprachnachrichten an, zu ihr zurückzukommen. Gleichzeitig warf sie ihm in den teils im Minutentakt gesendeten Nachrichten vor, dass er sie nicht bei der Suche nach dem tagelange vermissten Fabian helfen lasse.

#wismar.fm 2026 | redaktion | wismar
Mordprozess Fabian: Zeugin fotografierte Feuer am Fundort
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