Der Förderverein der Poeler Kogge „Wissemara“ befindet sich nach Angaben der Hansestadt Wismar in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Damit ist die Stadt aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht mehr befugt, den Verein finanziell zu unterstützen. „Wir dürfen sie nicht unterstützen“, sagte Bürgermeister Thomas Beyer. Zugleich betonte er, dass sich die Stadt weiterhin um Bundesmittel für die drei Wismarer Traditionsschiffe bemühe.
Bundesförderung für drei Traditionsschiffe
Neben der „Wissemara“ gehören die „Atalanta“ und die „Marlen“ zu den geförderten Schiffen. Seit 2024 erhielten die drei Traditionssegler zusammen rund 400.000 Euro Bundesmittel. Die Stadt arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Förderung für „Atalanta“ und „Marlen“ unabhängig vom insolventen Koggen‑Verein zu sichern.
Stilllegung seit September 2025
Die „Wissemara“ wurde im September 2025 von der Berufsgenossenschaft Verkehr stillgelegt. Die Saison, in der bis zu zwei Ausfahrten täglich geplant waren, endete damit abrupt. Ab Dezember erfolgten Reparaturarbeiten in einer Stralsunder Werft. Dennoch verweigerte die Schiffsicherheitsbehörde auch Anfang März 2026 ein neues Zertifikat.
Verein sieht keine finanziellen Möglichkeiten
Mitte April kündigte der Förderverein an, ein Insolvenzverfahren zu beantragen. Weder eine umfassende Sanierung noch ein Neubau oder ein Abwracken seien finanziell zu stemmen. Die Stadt verweist darauf, dass nun der vorläufige Insolvenzverwalter über das weitere Verfahren entscheidet.